Blog Kaution beim privaten Carsharing: Wie viel ist üblich?

Kaution beim privaten Carsharing: Wie viel ist üblich?

Kaution beim privaten Carsharing: Was ist üblich?

Sie möchten ein Auto über eine private Plattform mieten – und stellen fest, dass der Vermieter eine Kaution verlangt. Oder Sie vermieten selbst und fragen sich, wie viel Sicherheitsleistung realistisch ist. Genau darum geht es bei der kaution privates carsharing: Sie ist ein legitimes Absicherungsinstrument für den Vermieter, kann aber auch Mieter abschrecken, wenn sie unverhältnismäßig hoch ist.

Dieser Ratgeber erklärt, was beim privaten Carsharing üblich ist, was erlaubt ist und wie beide Seiten sinnvoll mit der Kaution umgehen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt, Steuerberater oder Ihre Versicherung.

Was ist die Kaution beim privaten Carsharing?

Die Kaution – auch Sicherheitsleistung oder Depot genannt – ist ein Geldbetrag, den der Mieter vor oder bei Fahrzeugübergabe hinterlegt. Sie dient dem Vermieter als Sicherheit für den Fall, dass das Fahrzeug beschädigt zurückgegeben wird, der Mieter einen Unfall verursacht hat oder Kosten entstehen, die nicht sofort abgerechnet werden können.

Im Unterschied zur Selbstbeteiligung bei der Kaskoversicherung ist die Kaution kein Versicherungsinstrument. Sie ist eine Vorauszahlung auf mögliche Schäden, die nach Abschluss der Mietzeit vollständig zurückgezahlt wird, sofern nichts passiert ist.

Wie hoch ist die Kaution beim privaten Carsharing üblich?

Für private Carsharing-Transaktionen gibt es keine gesetzliche Obergrenze. Die Höhe hängt vom Fahrzeugwert, der Mietdauer und den Plattformbedingungen ab.

Orientierungswerte aus der Praxis: Bei einfachen Kleinwagen liegt die Kaution häufig zwischen 200 und 500 Euro. Bei Mittelklassefahrzeugen sind 500 bis 1.000 Euro üblich. Bei hochwertigen Fahrzeugen oder Wohnmobilen können Kautionen von 1.500 bis 3.000 Euro anfallen.

Plattformen wie Snappcar, Getaway oder ähnliche Dienste legen die Kautionshöhe in ihren eigenen Buchungsrahmen fest. Wer direkt mit einem Privatvermieter bucht, ohne Plattform, verhandelt die Kaution individuell.

Wann darf der Vermieter die Kaution einbehalten?

Der Vermieter darf die Kaution nur dann ganz oder teilweise einbehalten, wenn nachweislich ein Schaden entstanden ist oder Kosten anfallen, für die der Mieter verantwortlich ist. Das können sein: Reparaturkosten für Unfallschäden, Reinigungskosten bei grober Verschmutzung des Innenraums, Tankkosten bei vereinbartem Vollrückgabe-Tankstand oder Verspätungsgebühren, wenn diese vertraglich vereinbart wurden.

Nicht erlaubt: Die Kaution für reine Verschleiß- oder Alterungsschäden einzubehalten. Normale Abnutzung ist kein Schadensersatzanspruch.

Genug Theorie. In der Praxis läuft die Kaution folgendermaßen: Nach Rückgabe prüft der Vermieter das Fahrzeug, dokumentiert eventuelle Schäden und teilt dem Mieter schriftlich mit, ob und in welcher Höhe Kosten anfallen. Dann folgt die Rückzahlung des Restbetrags.

Wie sollte die Kaution abgewickelt werden?

Für Privatvermieter und Mieter gilt gleichermaßen: Die Kaution sollte schriftlich im Mietvertrag festgehalten werden, inklusive Betrag, Fälligkeit und Rückzahlungsfrist. Üblich sind Rückzahlungsfristen von ein bis sieben Werktagen nach schadensfreier Rückgabe.

Die Überweisung per Banküberweisung ist nachvollziehbarer als Barzahlung. Wer Barzahlung wählt, sollte eine schriftliche Quittung ausstellen.

Wichtig zu wissen: Auf Plattformen wird die Kaution oft direkt über das System abgewickelt – entweder als Vorautorisierung auf einer Kreditkarte oder als separater Betrag. Das ist für beide Seiten die sicherste Variante, weil die Plattform im Streitfall als Vermittler eingreift.

Kaution und Versicherung: Wo ist die Grenze?

Kaution und Kaskoversicherung sind zwei verschiedene Instrumente, die oft verwechselt werden. Die Kaution ist ein Betrag, den der Mieter selbst hinterlegt und der nach schadensfreier Rückgabe vollständig zurückerstattet wird. Die Selbstbeteiligung bei der Kaskoversicherung ist hingegen der Anteil, den der Mieter im Schadensfall an die Versicherung zahlt.

Beide Beträge können kombiniert auftreten: Der Mieter hinterlegt eine Kaution von 500 Euro, hat aber durch die Plattformversicherung eine Selbstbeteiligung von 1.000 Euro. Im Schadensfall wird die Kaution auf die Selbstbeteiligung angerechnet – der Mieter müsste also noch weitere 500 Euro zahlen.

Was bedeutet das konkret? Bevor Sie buchen, prüfen Sie beide Werte: Kaution und Versicherungs-Selbstbeteiligung. Nur dann wissen Sie, was im Schadensfall auf Sie zukommen könnte. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Versicherung beim P2P-Carsharing.

Kaution als Vermieter strategisch nutzen

Als Vermieter ist die Kaution ein Signal. Eine zu niedrige Kaution kann bei potenziellen Mietern den Eindruck erwecken, dass das Fahrzeug nicht besonders wertvoll oder gepflegt ist. Eine angemessene Kaution dagegen zeigt, dass Sie Ihr Fahrzeug ernst nehmen.

Die Kaution sollte proportional zum Fahrzeugwert sein. Eine Kaution von 200 Euro auf ein Fahrzeug mit einem Zeitwert von 25.000 Euro ist kaum eine ernsthafte Absicherung. Empfehlenswert ist eine Kaution, die mindestens den Selbstbehalt der Kaskoversicherung abdeckt.

Setzen Sie die Kaution außerdem explizit in Relation zur Mietdauer: Bei einer Eintagsmiete ist eine Kaution von 500 Euro vertretbar. Bei einer Wochenvermietung schützt dieselbe Summe nur gegen Kleinstschäden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Muss ich als Mieter immer eine Kaution zahlen?

Nein, es gibt keine gesetzliche Pflicht. Der Vermieter kann eine Kaution verlangen, muss es aber nicht. Auf Plattformen ist eine Kaution oder Vorautorisierung in der Regel Standard und im Buchungsprozess integriert.

Wie lange darf der Vermieter die Kaution einbehalten?

Ohne vertragliche Regelung greift das allgemeine Zivilrecht: Der Vermieter muss die Kaution zurückzahlen, sobald feststeht, dass keine Ansprüche geltend gemacht werden. Das sollte innerhalb von sieben bis vierzehn Werktagen nach Rückgabe erfolgen.

Was passiert, wenn der Schaden höher ist als die Kaution?

Der Vermieter behält die Kaution vollständig ein und kann den Restbetrag zivilrechtlich geltend machen. Ist eine Kaskoversicherung vorhanden, springt diese ein – abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Ist eine Kaution auf Kreditkartenbasis sicherer als Barzahlung?

Für Vermieter bietet die Kreditkarten-Vorautorisierung mehr Sicherheit, weil die Summe direkt reserviert ist. Für Mieter ist die Kontrolle über das Geld geringer. Plattformen mit eigenem Zahlungssystem bieten in der Regel den besten Schutz für beide Seiten.

Wo finde ich auf miet24.de private Carsharing-Angebote mit transparenten Kautionsregeln?

Auf miet24.de können private Anbieter ihre Konditionen inklusive Kautionsregelung im Profil angeben. So sehen Sie als Mieter bereits vor der Buchungsanfrage, welche Bedingungen gelten.

Kaution privates carsharing – eine klare Regelung zur Sicherheitsleistung gehört in jeden privaten Mietvertrag und schützt Vermieter und Mieter gleichermaßen. Lesen Sie auch unsere Ratgeber zu Versicherungsfragen beim P2P-Carsharing, zum Übergabeprotokoll und zu Tipps für private Fahrzeugvermieter. Private Fahrzeuge von Nachbarn finden Sie auf miet24.de.

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