Blog 50er Roller mieten: Führerschein, Tagespreise und Anbieter in Deutschland

50er Roller mieten: Führerschein, Tagespreise und Anbieter in Deutschland

Ein 50er Roller mieten ist die einfachste Art, in der Stadt oder im Urlaub motorisiert unterwegs zu sein, ohne einen aufwendigen Führerschein zu brauchen. Die 50-Kubik-Klasse mit maximal 45 km/h zählt rechtlich als Kleinkraftrad und darf mit dem Führerschein AM oder einer Mofa-Prüfbescheinigung gefahren werden. In diesem Ratgeber lesen Sie, welche Voraussetzungen gelten, was die Miete kostet und welche Anbieter es in Deutschland gibt.

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Welcher Führerschein für den 50er Roller?

Für einen 50-Kubik-Roller (50 ccm Hubraum, maximal 45 km/h) brauchen Sie in Deutschland die Führerscheinklasse AM. Diese gibt es seit 2013 als eigenständige Klasse, und man kann sie ab 16 Jahren machen. In einigen Bundesländern (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) liegt das Mindestalter bei 15 Jahren.

Wer schon einen anderen Führerschein hat, ist meist automatisch berechtigt:

  • Klasse B (Auto) enthält AM automatisch
  • Klasse A, A1, A2 (Motorrad) enthält AM
  • Klasse L (landwirtschaftlich) enthält AM
  • Alter Führerschein vor 1980 enthält oft ein Mofa-Recht, prüfen Sie die Kartenschlüsselzahlen

Wer keinen Führerschein hat, darf mit einer Mofa-Prüfbescheinigung ab 15 Jahren immerhin ein Mofa (maximal 25 km/h) fahren, aber keinen vollwertigen 50er Roller mit 45 km/h.

Helmpflicht und Schutzkleidung

Auf dem 50er Roller gilt in Deutschland Helmpflicht nach § 21a StVO. Erlaubt sind Jet-, Integral- und Klapphelme mit ECE-Prüfung. Vermieter stellen den Helm in der Regel kostenlos, oft gegen Hinterlegung einer Mütze oder Haube aus hygienischen Gründen.

Schutzkleidung ist nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll. Mindestens feste Schuhe, eine lange Hose und eine Jacke mit langen Ärmeln. Handschuhe senken das Verletzungsrisiko bei Stürzen deutlich, Pflicht sind sie aber nicht.

Was kostet die Tagesmiete?

Die Mietpreise für 50er Roller in Deutschland hängen stark von Stadt, Anbieter und Saison ab. Die folgenden Werte sind Marktindikatoren auf Basis öffentlich einsehbarer Angebote.

Mietzeitraum Standardpreis Urlaubsregionen
2 Stunden 15-25 Euro 20-35 Euro
Halber Tag 20-35 Euro 30-50 Euro
Ganzer Tag 30-55 Euro 45-80 Euro
Wochenende 50-90 Euro 75-140 Euro
Eine Woche 150-260 Euro 250-450 Euro

Eine Kaution von 100 bis 300 Euro ist üblich, meistens per Kreditkarte hinterlegt. Bei Mietern unter 25 Jahren kann sie höher ausfallen.

Im Mietpreis enthalten

Diese Leistungen stecken meistens im Standard-Mietpaket:

  • Vollkasko mit 500 bis 1.500 Euro Selbstbeteiligung
  • Helm (mindestens ein Stück)
  • Erste Tankfüllung oder voller Tank bei Übergabe
  • Pannenservice (oft nur in Urlaubsregionen)

Nicht enthalten und gegen Aufpreis buchbar:

  • Reduzierung der Selbstbeteiligung (3 bis 8 Euro pro Tag)
  • Zweiter Helm und Topcase für Sozius
  • Diebstahlversicherung
  • Junge-Fahrer-Pauschale unter 23 Jahre

Roller-Modelle im Vergleich

Die meisten Mietroller kommen aus den gängigen Modellreihen von Vespa, Piaggio, Peugeot, Kymco und Yamaha. Hier eine Übersicht typischer 50er-Modelle:

Modell Höchstgeschwindigkeit Reichweite Stauraum
Vespa Primavera 50 45 km/h 180-220 km Klein, ohne Topcase
Piaggio Liberty 50 45 km/h 200-250 km Mittel
Peugeot Kisbee 50 45 km/h 170-210 km Klein
Kymco Agility 50 45 km/h 180-220 km Klein
Yamaha Aerox 50 45 km/h 150-180 km Sehr klein

Für längere Touren ist ein Modell mit größerem Tank und Topcase praktischer. Wer den Roller nur im Stadtverkehr nutzt, kommt mit einem kleinen Modell gut zurecht. Eine breitere Auswahl finden Sie auch beim Motorroller mieten oder beim Vergleich mit dem E-Scooter.

50er Roller in beliebten Städten

Die Verfügbarkeit ist von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. In Touristen- und Universitätsstädten gibt es mehrere Anbieter, in kleineren Städten oft nur ein bis zwei.

  • Nürnberg: 50er Roller mieten in Nürnberg geht über Roller-Vermietungen am Hauptbahnhof und das Roller-Center, oft mit Stadt-Touren-Paketen
  • München: Mehrere Anbieter rund um den Hauptbahnhof, beliebt bei Oktoberfest-Reisenden
  • Berlin: Größtes Angebot, sowohl klassische Vermietung als auch Sharing-Modelle
  • Hamburg: Schwerpunkt rund um St. Pauli und die Innenstadt
  • Köln: Mehrere Anbieter mit Tagespauschalen für Stadtrundfahrten

In Urlaubsregionen wie Sylt, Usedom oder am Bodensee ist die Miete oft saisonal und nur von April bis Oktober zu haben. Eine Übersicht zu weiteren Städten finden Sie unter Roller mieten in deutschen Städten.

Mofa oder Roller?

Ein Mofa unterscheidet sich vom 50er Roller in zwei Punkten: Höchstgeschwindigkeit 25 km/h und Mofa-Prüfbescheinigung statt Führerschein. In der Miete kostet ein Mofa oft 5 bis 10 Euro pro Tag weniger als ein 50er Roller. Wer aber auf Bundes- oder Landstraßen unterwegs sein will, kommt mit 25 km/h kaum durch. In der Stadt ist der Unterschied kleiner, weil dort ohnehin oft Tempo 30 oder 50 gilt.

Tanken und Verbrauch

50er Roller fahren je nach Modell mit Super E10 oder Super E5. Der Verbrauch liegt bei 2 bis 3,5 Litern pro 100 km. Bei einem Tankinhalt von 5 bis 7 Litern reicht eine Füllung für 150 bis 250 km. Manche Modelle brauchen einen 2-Takt-Öl-Zusatz, das klärt der Vermieter bei der Übergabe.

Bei der Rückgabe wollen die meisten Vermieter denselben Tankstand wie bei der Übergabe. Sonst fallen Nachtankgebühren von 1 bis 3 Euro pro fehlendem Liter an.

Wo darf ich fahren?

Mit einem 50er Roller dürfen Sie alle öffentlichen Straßen befahren, außer Autobahnen und Kraftfahrstraßen, die mit dem Schild “Kraftfahrzeuge frei ab 60 km/h” gekennzeichnet sind. Radwege sind tabu, es sei denn, sie sind ausdrücklich für Mofas oder Mopeds freigegeben. In der Innenstadt gelten dieselben Regeln wie für Autos: Halten, Parken, Tempolimits.

Ein wichtiger Punkt: In vielen Innenstädten gibt es Umweltzonen mit Plakettenpflicht. 50er Roller sind in Deutschland grundsätzlich von der Plakettenpflicht ausgenommen. Im Ausland (etwa Frankreich, Italien) gelten teils andere Regeln, prüfen Sie das vor einer Reise.

Versicherung und Schäden

Die Kfz-Haftpflicht ist in jeder Miete enthalten und deckt Schäden, die Sie anderen zufügen. Die Vollkasko deckt Schäden am gemieteten Roller selbst, mit einer Selbstbeteiligung von 500 bis 1.500 Euro. Eine Diebstahlversicherung gibt es oft nur gegen Aufpreis.

Bei einem Unfall sollten Sie immer die Polizei rufen, auch bei kleineren Schäden. Der Bericht ist die Grundlage für die Versicherungsmeldung. Machen Sie zusätzlich Fotos vom Schaden und tauschen Sie die Daten mit allen Beteiligten aus.

Mehr zu Versicherung und Rückgabe von Mietfahrzeugen finden Sie in der Kategorie Autos mieten.

FAQ zum 50er Roller mieten

Wie alt muss ich für die Roller-Miete sein?

Mindestens 16 Jahre, in fünf Bundesländern schon ab 15 Jahren. Manche Vermieter setzen die eigene Untergrenze bei 18 oder 21 Jahren, vor allem bei höheren Kautionsbeträgen.

Reicht der Autoführerschein für den 50er Roller?

Ja, die Klasse B enthält AM automatisch und berechtigt zum Fahren eines 50er Rollers.

Kann ich auch zu zweit fahren?

Ja, sofern der Roller einen Soziussitz und einen zweiten Helm hat. Achten Sie auf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs, das in der Regel bei 130 bis 150 kg liegt.

Was passiert, wenn ich geblitzt werde?

Der Vermieter gibt Ihre Daten an die Bußgeldbehörde weiter und berechnet eine Bearbeitungsgebühr von 15 bis 35 Euro. Das Bußgeld selbst zahlen Sie.

Brauche ich Versicherung für den Roller?

Die Kfz-Haftpflicht ist in jeder Miete enthalten. Eine zusätzliche Unfallversicherung als Privatperson ist sinnvoll, aber freiwillig.

Kann ich den Roller über die Grenze fahren?

Bei Mietverträgen ist das Befahren des Auslands oft eingeschränkt. Klären Sie das vor der Buchung. Eine grüne Versicherungskarte brauchen Sie innerhalb der EU nicht mehr, im Schadensfall ist sie aber hilfreich.

50er Roller mieten eignet sich gut für Tagesausflüge, Stadterkundungen und Urlaubsstrecken auf der Insel. Mit dem Autoführerschein der Klasse B sind Sie sofort fahrberechtigt. Achten Sie auf eine ausreichende Versicherung, tragen Sie immer einen Helm und planen Sie Ihre Tankstopps, vor allem auf längeren Strecken.

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