Blog Mieten statt kaufen: Wann es sich wirklich lohnt

Mieten statt kaufen: Wann es sich wirklich lohnt

Mieten statt kaufen ist längst keine Notlösung mehr für alle, die knapp bei Kasse sind. Wer ein Werkzeug, eine Maschine oder eine Ausrüstung nur gelegentlich braucht, steht immer vor derselben Frage: kaufen oder mieten? Die intuitive Antwort lautet oft, kaufen sei günstiger, weil man das Gerät dann jederzeit zur Hand hat. Rechnet man ehrlich nach, stimmt das in den seltensten Fällen.

Der Grund liegt in den Kosten, die nach dem Kaufpreis kommen und die kaum jemand vorher einplant. Lagerung, Wartung, Wertverlust, gebundenes Kapital. Wir schauen uns an, wann sich Mieten finanziell wirklich lohnt, ab wann der Kauf die bessere Wahl ist und wie Sie den Vergleich für Ihren konkreten Fall selbst durchrechnen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Für eine verbindliche Einschätzung wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt, Steuerberater oder Ihre Versicherung.

Die versteckten Kosten des Kaufens

Der Kaufpreis ist nur der Einstieg. Wer ein Gerät kauft, übernimmt gleichzeitig eine Reihe von Folgekosten, die über die gesamte Besitzdauer laufen.

Lagerkosten entstehen, sobald das Gerät nicht im Einsatz ist. Eine Rüttelplatte, ein Vertikutierer oder eine Kappsäge belegt Platz, egal ob im Keller, in der Garage oder auf einer angemieteten Lagerfläche. Im gewerblichen Bereich rechnet man mit 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter und Monat, privat ist es der Stellplatz, der Ihnen für anderes fehlt.

Wartung und Instandhaltung laufen unabhängig von der Nutzung. Maschinen mit Verbrennungsmotor brauchen Ölwechsel, Filter und gelegentlich neue Verschleißteile. Bei einem Stromaggregat oder einer Motorsäge kommen so schnell 30 bis 100 Euro im Jahr zusammen, und das nur, wenn nichts kaputtgeht.

Wertverlust trifft jedes Gerät. Was heute 5.000 Euro kostet, ist nach drei Jahren oft nur noch 2.000 bis 2.500 Euro wert. Bei Baumaschinen mit hoher Betriebsstundenzahl geht der Wert noch schneller nach unten.

Kapitalbindung ist der Posten, den Privatleute am häufigsten übersehen. Das Geld, das im Gerät steckt, steht Ihnen nicht mehr als Rücklage oder für andere Anschaffungen zur Verfügung. Für Betriebe ist das ein echter Kostenfaktor, weil gebundenes Kapital nicht arbeiten kann.

Ein Rechenbeispiel: Rüttelplatte für die Einfahrt

Nehmen wir einen typischen Fall. Sie wollen Ihre Einfahrt neu pflastern und brauchen dafür eine Rüttelplatte. Das Gerät kommt an zwei Tagen zum Einsatz, danach steht es voraussichtlich jahrelang ungenutzt herum.

Kaufen Mieten
Anschaffungspreis 800 Euro 0 Euro
Mietpreis (2 Tage) 0 Euro 80 Euro
Lagerung pro Jahr ca. 50 Euro 0 Euro
Wartung und Reparatur ca. 30 Euro pro Jahr 0 Euro
Gesamtkosten nach 1 Jahr ca. 880 Euro 80 Euro

Der Abstand ist deutlich. Selbst wenn Sie die Rüttelplatte in drei Jahren noch einmal brauchen, liegen Sie mit zweimaliger Miete bei 160 Euro. Das ist ein Fünftel des Kaufpreises, und dabei sind Lagerung und Wartung noch gar nicht mitgerechnet. Wer transportieren muss, plant beim Mieten oft eine Anlieferung dazu, die je nach Anbieter und Entfernung zwischen 30 und 80 Euro kostet. Selbst mit Lieferung bleibt die Miete klar günstiger.

Das Muster wiederholt sich bei fast allen Geräten mit seltenem Einsatz. Eine Kernbohrmaschine, ein Bodenhäcksler, ein Hebebühnen-Set. Alles Anschaffungen, die im Regal verstauben und trotzdem Geld kosten.

Wann sich der Kauf lohnt

Mieten ist nicht immer die bessere Wahl. Es gibt klare Fälle, in denen der Kauf günstiger fährt.

Häufiger Einsatz ist das stärkste Argument fürs Kaufen. Wer ein Gerät täglich oder mehrmals pro Woche nutzt, hat den Kaufpreis schnell wieder drin. Ein Handwerker, der jeden Tag mit derselben Bohrmaschine arbeitet, kauft sinnvollerweise.

Spezialisierung spricht ebenfalls für den Kauf. Fachbetriebe, die auf ein bestimmtes Gerät angewiesen sind, brauchen sofortige Verfügbarkeit und eine Konfiguration, die genau zu ihren Aufträgen passt. Warten auf einen freien Mietartikel kostet in diesem Fall Zeit und damit Geld.

Kleine, pflegeleichte Geräte mit geringen Lagerkosten rentieren sich beim Kauf schneller. Eine Akkuschrauber-Serie oder eine Handkreissäge kostet wenig, nimmt kaum Platz weg und ist bei regelmäßiger Nutzung günstiger als jede Miete.

Die 30-Tage-Faustregel

Als grobe Orientierung hat sich eine einfache Regel bewährt. Wer ein Gerät weniger als 30 Tage im Jahr nutzt, fährt mit Mieten fast immer günstiger. Bei teuren Baumaschinen verschiebt sich diese Grenze sogar noch weiter nach oben, weil hier Wartung, Transport und Wertverlust besonders stark ins Gewicht fallen.

Rechnen Sie für Ihren Fall einfach nach. Teilen Sie den Kaufpreis durch die Tagesmiete. Kommen Sie auf mehr Nutzungstage pro Jahr als das Ergebnis über die geplante Besitzdauer hergibt, lohnt der Kauf. Andernfalls mieten Sie. Wie das für konkrete Geräte aussieht, zeigen wir in unserem Ratgeber zum Werkzeug mieten anhand mehrerer Beispiele.

Der Steuervorteil für Unternehmen

Für Betriebe kommt ein Aspekt hinzu, der die Rechnung noch klarer macht. Mietkosten sind sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzbar. Ein gekauftes Gerät müssen Sie dagegen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben, oft über mehrere Jahre verteilt.

Das bedeutet: Wer mietet, senkt seine Steuerlast im selben Jahr, in dem die Kosten anfallen. Das verbessert die Liquidität und macht die Kalkulation einzelner Aufträge einfacher. Wie die Abschreibung im Detail läuft und welche Grenzen gelten, hängt vom Einzelfall ab. Hier führt der Weg zum Steuerberater. Weitere Grundlagen rund um Verträge, Kaution und Kosten finden Sie in unserem Mietratgeber.

Worauf Sie beim Mieten achten sollten

Damit die Rechnung aufgeht, prüfen Sie vor der Buchung ein paar Punkte. Der reine Tagespreis ist nur ein Teil der Kosten.

Kaution zieht der Anbieter meist direkt ein und erstattet sie nach der Rückgabe. Bei Baumaschinen sind 200 bis 500 Euro üblich, bei teurem Gerät auch mehr.

Transport wird gern vergessen. Nicht jede Rüttelplatte passt in den Kombi. Klären Sie vorab, ob Sie selbst abholen oder liefern lassen und was das kostet.

Nebenkosten wie Reinigung, Kraftstoff oder eine Zusatzversicherung stehen manchmal im Kleingedruckten. Fragen Sie im Zweifel nach dem Gesamtpreis inklusive aller Positionen. Eine passende Auswahl an Geräten und Anbietern finden Sie in unserer Kategorie Baumaschinen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich Mieten wirklich, oder zahlt man am Ende drauf?

Bei seltener Nutzung zahlen Sie beim Mieten fast immer weniger als beim Kauf. Ab etwa 30 Nutzungstagen im Jahr kippt die Rechnung. Entscheidend ist, dass Sie neben dem Kaufpreis auch Lagerung, Wartung und Wertverlust mit einrechnen.

Wie berechne ich, ob sich Kaufen oder Mieten lohnt?

Teilen Sie den Kaufpreis durch die Tagesmiete. Das Ergebnis sind die Nutzungstage, ab denen sich der Kauf rein rechnerisch trägt. Verteilen Sie diese Zahl auf die Jahre, die Sie das Gerät voraussichtlich besitzen, und vergleichen Sie mit Ihrer tatsächlichen Nutzung.

Können Unternehmen Mietkosten steuerlich absetzen?

Mietkosten sind für Betriebe in der Regel sofort und in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzbar. Ein Kauf wird dagegen über mehrere Jahre abgeschrieben. Die genaue Handhabung sollten Sie mit Ihrem Steuerberater klären.

Welche Zusatzkosten kommen beim Mieten auf mich zu?

Neben dem Tagespreis fallen häufig eine Kaution, gegebenenfalls Transport oder Lieferung und je nach Anbieter Reinigung oder eine Zusatzversicherung an. Lassen Sie sich vor der Buchung den Gesamtpreis mit allen Positionen nennen.

Für welche Geräte lohnt sich der Kauf trotzdem?

Bei täglichem Einsatz, bei spezialisierten Fachbetrieben und bei kleinen, günstigen Geräten mit geringen Lagerkosten ist der Kauf meist die bessere Wahl. Wer ein Gerät mehrmals pro Woche braucht, hat den Kaufpreis schnell wieder drin.

Wo finde ich auf miet24.de das passende Mietgerät?

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Mieten statt kaufen ist für alle die klügere Entscheidung, die Kapital schonen, flexibel bleiben und sich Lagerhaltung sparen wollen. Prüfen Sie vor der nächsten Anschaffung ehrlich, wie oft Sie das Gerät wirklich brauchen. In den meisten Fällen fällt die Antwort zugunsten der Miete aus. Weitere Vergleiche, Kostenübersichten und Praxistipps rund ums Mieten finden Sie in unserem Mietratgeber auf miet24.de.

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