Motorrad mieten: Anbieter, Führerschein und Versicherung
Ein neues Mittelklasse-Motorrad kostet 8.000 bis 15.000 Euro. Die Tagesmiet für eine vergleichbare Maschine liegt bei 60 bis 120 Euro. Wer ein Motorrad nur für einen Urlaub, einen Wochenendtrip oder eine einmalige Tour durch die Alpen braucht, fährt mit Motorrad mieten deutlich günstiger als mit Kauf.
Motorradverleih ist in Deutschland ein wachsendes Segment: Tourismusregionen wie der Schwarzwald, die Alpenregion und die Ostseeküste haben in den letzten Jahren mehr Verleihstationen aufgebaut. Auf miet24.de finden Sie Angebote von privaten und gewerblichen Verleihern, mit einer breiten Modellauswahl von der kleinen Scramblern bis zur großen Reiseenduro.
Führerscheinklassen: Was gilt beim Motorrad mieten?
Motorräder sind führerscheinrechtlich in Klassen eingeteilt. Die Klasse bestimmt, welche Motorräder Sie fahren dürfen.
Führerschein Klasse AM: Mofas und leichte Zweiräder bis 45 km/h. Für Motorradmieten irrelevant, da Verleihfahrzeuge grundsätzlich schneller sind.
Führerschein Klasse A1: Motorräder bis 125 ccm und maximal 11 kW (15 PS). Mindestalter: 16 Jahre. Diese Klasse erlaubt leichte Stadtmotorräder. Im Verleih gibt es vereinzelt Angebote in diesem Segment.
Führerschein Klasse A2: Motorräder bis 35 kW (48 PS) mit einem bestimmten Leistungsgewicht. Mindestalter: 18 Jahre. Viele Mittelklasse-Motorräder fallen in diese Klasse. Honda CB500, Kawasaki Z400 und ähnliche Modelle sind damit fahrbar.
Führerschein Klasse A (unbeschränkt): Alle Motorräder ohne Leistungsbeschränkung. Erreichbar ab 24 Jahren direkt oder ab 20 Jahren nach zwei Jahren A2. Mit Klasse A dürfen Sie alle im Verleih erhältlichen Modelle fahren, von der mittleren Reiseenduro bis zur BMW R 1250 GS oder Harley-Davidson.
Wichtig: Anbieter verlangen neben dem richtigen Führerschein oft auch eine Mindestfahrerfahrung. Viele Verleiher setzen voraus, dass der Führerschein seit mindestens einem Jahr oder sogar zwei Jahren besessen wird, bevor große Maschinen ausgehändigt werden. Das ist eine unternehmerische Entscheidung, keine gesetzliche Pflicht, aber im Interesse der Sicherheit gut nachvollziehbar.
Beliebte Motorradmodelle im deutschen Mietmarkt
Die Modellauswahl im Verleih hängt stark vom Anbieter ab. Diese Fahrzeuge finden Sie besonders häufig:
BMW R 1250 GS: Das meistverkaufte Reisemotorrad der Welt ist auch im Verleih beliebt. Komfortabel, zuverlässig, für lange Touren ausgelegt. Mietpreis: 120 bis 180 Euro pro Tag. Erfordert Klasse A.
Honda CB500F und CB500X: Mittelschwere Allrounder, für A2-Führerscheininhaber geeignet. Zuverlässig und einfach zu fahren. Mietpreis: 60 bis 90 Euro täglich. Gut für Einsteiger geeignet.
Harley-Davidson Modelle (Sportster, Softail): Klassische amerikanische Cruiser, beliebt bei Reisenden, die ein besonderes Fahrerlebnis suchen. Mietpreis: 130 bis 200 Euro täglich. Erfordert Klasse A und oft Nachweis von Fahrerfahrung.
Kawasaki Z650 / Z900: Sporty-Naked-Bikes für erfahrene Fahrer. Im Verleih eher selten, aber bei spezialisierten Anbietern erhältlich. Mietpreis: 80 bis 130 Euro täglich.
Triumph Tiger / Bonneville: Britische Marke mit hohem Wiedererkennungswert. Tiger-Modelle sind Reiseenduros, Bonnevilles sind Retro-Bikes. Beliebt bei Tourern. Mietpreis: 100 bis 160 Euro täglich.
Ducati (Scrambler, Monster): Italienischer Flair für Kurztrips oder besondere Anlässe. Im Premiumverleih verfügbar. Mietpreis: 150 bis 220 Euro täglich. Erfordert Klasse A und nachgewiesene Fahrerfahrung.
Versicherung: Was beim Motorrad mieten gilt
Die Versicherungssituation beim Motorradverleih ähnelt der beim Mietwagen, hat aber einige Besonderheiten:
Haftpflichtversicherung: Gesetzliche Pflicht, immer im Mietpreis enthalten. Deckt Schäden an Dritten ab. Keine Zusatzentscheidung nötig.
Kaskoversicherung: Für Schäden am Mietmotorrad ist die Kaskoversicherung wichtig. Motorräder sind anfälliger für Sturzschäden als Autos, und ein Sturz mit dem Mietmotorrad kann ohne Kaskodeckung sehr teuer werden. Typische Schäden: Verkleidungsbruch, Handschutzschäden, Lenkerenden. Die Selbstbeteiligung liegt meist bei 500 bis 2.000 Euro.
Haftungsreduzierung (CDW): Gegen 15 bis 40 Euro täglich lässt sich die Selbstbeteiligung reduzieren oder auf null senken. Bei teuren Modellen wie BMW GS oder Harley-Davidson lohnt sich das, da ein Sturz schnell mehrere tausend Euro Schaden verursacht.
Sturzschäden und Versicherungsausschlüsse: Achten Sie auf die genaue Definition von gedeckten Schäden. Viele Policen schließen Sturzschäden bei Rennen oder sportlichem Fahren aus. Schäden durch Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sind universell ausgeschlossen.
Persönliche Unfallversicherung: Die Fahrzeugversicherung schützt nicht Sie als Fahrer, sondern das Fahrzeug. Für persönliche Verletzungen benötigen Sie eine eigene Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Viele private Krankenversicherungen haben auch Unfallmodule.
Preise beim Motorrad mieten: Ein Überblick
Motorradmieten kostet je nach Fahrzeugklasse und Anbieter unterschiedlich. Die folgende Übersicht gibt Orientierung:
Leichte Motorräder (125 ccm, A1-Klasse): 40 bis 65 Euro pro Tag. Selten im Verleih, aber bei einigen regionalen Anbietern erhältlich.
Mittelklasse (A2-Fahrzeuge, CB500, Z400): 60 bis 90 Euro täglich. Gute Verfügbarkeit, ideal für Einsteiger mit A2-Führerschein.
Reiseenduros und Tourer (BMW GS, Triumph Tiger): 100 bis 160 Euro täglich. Für Mehrtagestours die beliebteste Klasse. Lange Strecken, komfortables Sitzen, gute Windschutzscheibe.
Cruiser und Harley-Davidson: 130 bis 200 Euro täglich. Für besondere Anlässe oder den klassischen Route-66-Feeling auf deutschen Landstraßen.
Premium und Sporttourismus (Ducati, BMW S 1000 XR): 150 bis 250 Euro täglich. Nur bei spezialisierten Anbietern und mit nachgewiesener Fahrerfahrung.
Bei mehrtägigen Buchungen gewähren die meisten Anbieter Rabatte. Eine Wochenmiete kostet typischerweise fünf bis sechs Tagespreise statt sieben. Auf miet24.de lassen sich private Vermieter finden, die ihr Motorrad tageweise verleihen, oft günstiger als gewerbliche Stationen.
Praktische Tipps: Buchung und Übergabe beim Motorrad mieten
Bevor Sie losfahren, lohnt es sich, einige Punkte sorgfältig zu klären:
Übergabeprotokoll: Dokumentieren Sie beim Motorrad jeden Kratzer, jede Delle und jede Beschädigung an Verkleidungen, Schutzblechen, Lenkerenden und Spiegeln. Fotos aus mehreren Winkeln sind Standard. Motorräder haben viele Kleinteile, die leicht übersehen werden, aber im Rückgabeprotokoll auftauchen können.
Einweisung durch den Anbieter: Ein guter Verleih nimmt sich 15 bis 30 Minuten Zeit, um das Motorrad vorzustellen. Schaltung, Bremsenabstimmung, Tankvolumen, Reserve-Warnung und Navigationsanbindung sollten besprochen werden. Wenn kein Modell wie dieses in Ihrer normalen Praxis steht, nehmen Sie die Einweisung ernst.
Probefahrt: Bitten Sie um eine kurze Probefahrt auf einem Parkplatz, bevor Sie die Übergabe unterschreiben. Besonders bei größeren oder schwereren Maschinen ist das sinnvoll. Ein 250-Kilogramm-Tourer verhält sich anders als ein leichter Naked Bike.
Gepäcklösungen: Fragen Sie beim Buchungsvorgang, ob Seitenkoffer, Tankrucksack oder Topcase mitgeliefert werden. Viele Anbieter haben Gepäcklösungen als Zusatz buchbar. Beim Motorrad ist das Stauvolumen ein entscheidender Faktor für mehrtägige Touren.
Kraftstofftyp und Tankvolumen: Prüfen Sie, ob das Motorrad Benzin oder E5/E10 tankt. Die meisten Motorräder fahren auf Super (E5), einige benötigen Super Plus. Das Tankvolumen liegt bei 15 bis 25 Litern, die Reichweite bei 250 bis 450 Kilometern je nach Modell und Fahrweise.
Touring-Tipps: Die besten Motorradrouten in Deutschland
Deutschland bietet hervorragende Bedingungen für Motorradtouren. Diese Regionen sind bei Tourern besonders beliebt:
Schwarzwald: Kurvenreiche Bergstraßen, malerische Dörfer, gute Infrastruktur für Motorradfahrer. Die B500 (Schwarzwaldhochstraße) gilt als eine der schönsten Motorradstraßen Deutschlands. Von Baden-Baden nach Freudenstadt: ca. 60 Kilometer reiner Fahrspaß.
Bayerische Alpen: Tegernsee, Chiemgau, Berchtesgaden, Salzburg. Pässe, Alpenblick und kurze Ausflüge nach Österreich. Die Deutsche Alpenstraße von Lindau bis Berchtesgaden ist 450 Kilometer lang und führt durch einige der schönsten Landschaften Bayerns.
Eifel und Mosel: Für Motorradfahrer, die nicht weit reisen wollen: Die Eifel rund um den Nürburgring bietet enge Straßen und abwechslungsreiches Terrain. Die Mosel mit ihren Weindörfern ist flacher, aber landschaftlich reizvoll.
Ostseeküste: Küstenstraßen entlang der Förden und Buchten zwischen Lübeck und Stralsund. Flacher, aber mit viel Freiheitsgefühl. Gut für lange, entspannte Tagestouren ohne intensive Kurvenjagd.
Wer für den Weg zur Tour ein Auto mieten möchte oder das Motorrad transportieren muss, findet auf miet24.de auch Transporter und Pick-ups. Für den Fahrspaß ohne Motorrad-Führerschein lohnt sich ein Blick auf Sportwagen mieten auf miet24.de. Wer lieber eine elektrische Alternative sucht, kann ein Elektroauto mieten und trotzdem offenes Fahrgefühl genießen. Für klassische Mietwagen ohne besondere Anforderungen empfiehlt sich der Ratgeber zu Mietwagen ohne Kreditkarte.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Motorrad mieten
Welchen Führerschein brauche ich, um ein Motorrad zu mieten?
Das hängt vom gewünschten Modell ab. Für leichte Motorräder bis 125 ccm reicht A1, für Mittelklasse bis 35 kW ist A2 erforderlich. Für alle großen Tourenmotorräder und Harley-Davidson-Modelle brauchen Sie die unbeschränkte Klasse A. Überprüfen Sie vor der Buchung, welche Klasse das gewünschte Fahrzeug erfordert.
Was kostet ein Motorrad mieten pro Tag?
Mittelklasse-Motorräder sind ab ca. 60 bis 90 Euro täglich erhältlich, Reiseenduros wie die BMW GS kosten 100 bis 160 Euro, Harley-Davidson-Modelle 130 bis 200 Euro. Bei mehrtägigen Buchungen sind Wochenkonditionen günstiger. Private Vermieter auf miet24.de bieten oft günstigere Preise als Stationsverleih.
Ist ein Motorrad mieten gefährlicher als Auto mieten?
Das statistische Unfallrisiko auf dem Motorrad ist höher als im Auto, weil kein schützender Fahrgastbereich vorhanden ist. Das bedeutet aber nicht, dass es gefährlich sein muss. Schutzkleidung (Helm, Handschuhe, Jacke, Hose, Stiefel), defensive Fahrweise und angepasste Geschwindigkeit minimieren das Risiko erheblich. Viele Verleiher bieten Schutzausrüstung als Paket an.
Wie ist ein gemietetes Motorrad versichert?
Haftpflichtversicherung ist immer inklusive. Für Schäden am Motorrad selbst brauchen Sie eine Kaskoversicherung, die meist optional buchbar ist. Die Selbstbeteiligung liegt typischerweise bei 500 bis 2.000 Euro. Eine Haftungsreduzierung gegen Aufpreis kann den Eigenanteil auf null senken.
Wird Schutzausrüstung mitgeliefert?
Helm und andere Schutzausrüstung gehören in Deutschland gesetzlich beim Motorradfahren dazu, werden aber nicht immer vom Verleih mitgeliefert. Viele gewerbliche Anbieter vermieten Helm und Handschuhe als Zubehör. Private Vermieter stellen meist keine Ausrüstung zur Verfügung. Bringen Sie im Zweifel Ihren eigenen Helm mit.
Wo finde ich Motorrad-Mietangebote auf miet24.de?
Auf miet24.de können Sie in der Kategorie Mietwagen gezielt nach Motorrädern suchen und nach Region, Modell und Verfügbarkeit filtern. Neben gewerblichen Verleihern finden Sie dort auch private Vermieter, die ihr Motorrad für einzelne Tage oder Wochen vermieten.
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Motorrad mieten ist die ideale Lösung für Touren, Wochenendausflüge oder besondere Fahrerlebnisse ohne die langfristige Bindung an ein eigenes Fahrzeug. Auf miet24.de finden Sie Motorräder aller Klassen von privaten und gewerblichen Anbietern in Ihrer Nähe.
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