
Brunnenbohrgerät mieten: Kosten, Bohrtiefe und Ablauf für den Gartenbrunnen
Ein eigener Gartenbrunnen spart bei 200 Quadratmetern Rasen schnell 300 bis 500 Euro Wasserkosten im Jahr. Wer den Brunnen selbst bohrt, braucht dafür kein eigenes Gerät: Brunnenbohrgerät mieten kostet je nach Bauart 60 bis 250 Euro pro Tag, und die meisten Gartenbrunnen sind an einem Wochenende fertig. Dieser Ratgeber zeigt, welches Gerät zu welchem Boden passt, was die Miete wirklich kostet und wie der Bohrtag abläuft.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Ob ein Brunnen an Ihrem Grundstück erlaubt ist, klärt die untere Wasserbehörde Ihrer Gemeinde.
Was die Miete kostet
Die Preise hängen vom Antrieb ab. Handbohrer sind günstig, motorisierte Erdbohrer und hydraulische Bohranlagen kosten mehr, schaffen aber härtere Böden und größere Tiefen.
| Gerätetyp | Tagesmiete | Wochenendpauschale | Typische Bohrtiefe |
|---|---|---|---|
| Handbohrer mit Verlängerungen | 20 bis 40 Euro | 35 bis 60 Euro | bis 8 Meter |
| Motorisierter Erdbohrer (Benzin) | 60 bis 120 Euro | 100 bis 180 Euro | bis 12 Meter |
| Spülbohrgerät mit Pumpe | 120 bis 200 Euro | 200 bis 320 Euro | bis 20 Meter |
| Hydraulische Bohranlage | 180 bis 250 Euro | 300 bis 450 Euro | bis 30 Meter |
Dazu kommen Verbrauchsmaterial und Zubehör: Bohrrohre und Filterrohr (etwa 8 bis 15 Euro pro Meter), Brunnenkopf, Kies zum Verfüllen und die Pumpe. Für einen typischen 10-Meter-Brunnen liegen die Materialkosten bei 150 bis 300 Euro. Viele Vermieter verlangen eine Kaution von 200 bis 500 Euro, die bei sauberer Rückgabe erstattet wird.
Welches Gerät für welchen Boden
Der Boden entscheidet über das Gerät, nicht der Preis. Ein kurzer Test mit dem Spaten oder eine Nachfrage beim Nachbarn mit Brunnen spart Fehlmieten.
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Sand und Lehm: Hier reicht oft ein motorisierter Erdbohrer. Er dreht sich mit Schnecke in den Boden, das Bohrgut wird nach oben gefördert. Bis etwa 10 Meter ist das an einem Tag machbar.
Kies und wechselnde Schichten: Ein Spülbohrgerät pumpt Wasser durch das Bohrgestänge und spült das Bohrgut heraus. Das ist die verbreitetste Methode für Gartenbrunnen, weil die Bohrung nicht nachrutscht.
Fels und dichter Ton: Nur hydraulische Bohranlagen oder ein Fachbetrieb. Bei Fels ab wenigen Metern ist Selbstbohren selten wirtschaftlich.
Genehmigung und Grundwasser
Ein Gartenbrunnen zur Bewässerung ist in den meisten Bundesländern anzeigepflichtig, nicht genehmigungspflichtig. Sie melden ihn bei der unteren Wasserbehörde an, meist mit einem Formular und einer Skizze. Für Trinkwasser gelten strengere Regeln. Vor dem Bohren lohnt ein Blick in die Grundwasserkarte des Landes: Liegt der Wasserspiegel bei 6 Metern, brauchen Sie ein Gerät für mindestens 9 bis 10 Meter, weil der Filterbereich unter dem Wasserspiegel liegen muss.
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So läuft der Bohrtag ab
- Leitungsauskunft einholen. Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation dürfen nicht im Bohrbereich liegen. Die Auskunft ist kostenlos bei den Versorgern.
- Gerät abholen und einweisen lassen. Bei Spülbohrgeräten zeigt der Vermieter Pumpe, Schlauchführung und Gestängewechsel. 15 bis 30 Minuten einplanen.
- Bohrloch anlegen. Ein kleines Vorloch mit dem Spaten, dann Gestänge aufsetzen. Bei Spülbohrung eine Schlammgrube neben dem Loch ausheben, in die das Spülwasser zurückläuft.
- Bohren und verlängern. Alle 1 bis 1,5 Meter ein Gestängestück aufschrauben. Sobald das Bohrgut nass und sandig wird, ist der Wasserspiegel erreicht. Danach noch 3 bis 4 Meter tiefer bohren.
- Filterrohr setzen und verfüllen. Rohr einführen, Ringraum mit Filterkies auffüllen, oben mit Ton abdichten.
- Klarpumpen. Die Pumpe fördert anfangs trübes Wasser, nach 30 bis 90 Minuten läuft es klar.
Typische Fehler beim ersten Brunnen
Zu flach gebohrt. Wer beim ersten Wasser aufhört, hat im Sommer bei sinkendem Grundwasser einen trockenen Brunnen. Immer 3 bis 4 Meter unter den Wasserspiegel gehen.
Falscher Filterkies. Zu feiner Kies verstopft, zu grober lässt Sand durch. Der Vermieter nennt die passende Körnung zum Filterrohr.
Gerät ohne Wasseranschluss gemietet. Spülbohrgeräte brauchen 500 bis 1.000 Liter Wasser für den Bohrvorgang. Ein Gartenschlauch mit ausreichend Druck muss erreichbar sein.
Mieten oder kaufen
Ein motorisierter Erdbohrer kostet neu 400 bis 1.200 Euro, ein Spuelbohrsatz 1.500 bis 4.000 Euro. Fuer einen Gartenbrunnen, den Sie einmal bohren, rechnet sich das nicht. Nach dem Bohrtag steht das Geraet jahrelang in der Garage und die Dichtungen der Spuelpumpe trocknen aus.
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Die Miete hat einen zweiten Vorteil: Stellt sich der Boden als steiniger heraus als gedacht, tauschen Sie am naechsten Tag auf ein kraeftigeres Geraet. Wer gekauft hat, bohrt mit dem, was er hat, oder steht mit einem festsitzenden Gestaenge im Loch.
Rechnen Sie fuer den kompletten Brunnen mit 150 bis 400 Euro: Geraetemiete fuer ein Wochenende, Filterrohr, Filterkies und Dichtton. Die Gartenpumpe kommt separat dazu, sie laesst sich ebenfalls mieten, wenn Sie vorher testen wollen, ob die Foerdermenge reicht.
FAQ: Häufige Fragen
Wie tief muss ein Gartenbrunnen sein?
In der Regel 3 bis 4 Meter unter den Grundwasserspiegel. Bei einem Wasserstand von 5 Metern also 8 bis 9 Meter. Die Grundwasserkarte des Bundeslandes gibt den Richtwert.
Was kostet ein Brunnenbohrgerät pro Tag?
Motorisierte Erdbohrer 60 bis 120 Euro, Spülbohrgeräte 120 bis 200 Euro, hydraulische Anlagen bis 250 Euro. Wochenendpauschalen liegen etwa beim 1,6-fachen Tagespreis.
Brauche ich eine Genehmigung?
Für Bewässerungsbrunnen meist nur eine Anzeige bei der unteren Wasserbehörde. In Wasserschutzgebieten und für Trinkwasser gelten strengere Regeln.
Kann ich das Gerät allein bedienen?
Spülbohrgeräte lassen sich besser zu zweit bedienen: eine Person führt das Gestänge, die andere überwacht Pumpe und Schlammgrube. Für einen Handbohrer reicht eine Person.
Brunnenbohrgerät mieten lohnt sich für jeden Garten mit Rasen, Beeten oder Pool, in dem der Grundwasserspiegel unter 15 Metern liegt. Mit 150 bis 400 Euro für Miete und Material ist der Brunnen im ersten trockenen Sommer bezahlt.
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