Cabrio Langzeitmiete: Kosten, Saison, Laufzeiten

Ein Cabrio ist das einzige Fahrzeugsegment, bei dem der Nutzen an das Wetter gekoppelt ist. Der Deutsche Wetterdienst weist im langjährigen Mittel 1991 bis 2020 rund 1.665 Sonnenstunden pro Jahr für Deutschland aus, und etwa die Hälfte davon fällt in die Monate Mai bis September. Ein gekauftes Cabrio steht damit den größeren Teil des Jahres herum und verliert dabei trotzdem an Wert. Die Cabrio Langzeitmiete dreht diese Rechnung um: Sie mieten das Fahrzeug für die Monate, in denen Sie es tatsächlich fahren, zahlen eine Rate inklusive Steuer, Versicherung und Wartung und geben es danach zurück.

Wir bei miet24 sehen bei Cabrio-Anfragen ein klares Muster. Die Nachfrage zieht ab März an, erreicht im Mai und Juni ihren Höhepunkt und bricht im Oktober ein. Gefragt sind Laufzeiten zwischen drei und neun Monaten, deutlich seltener 24 oder 36 Monate. Genau diese Kurzfristigkeit ist der Punkt, an dem Leasing nicht mitspielt und die Langzeitmiete funktioniert. Dieser Artikel zeigt, was ein Cabrio in der Langzeitmiete kostet, welche Laufzeit zu welchem Nutzungsprofil passt und wo die Grenzen des Modells liegen.

Warum Cabrios der klassische Fall für eine Langzeitmiete sind

Cabrios machen in Deutschland nur etwa 1 bis 2 % der jährlichen Pkw-Neuzulassungen aus (KBA, 2024). Der Bestand ist entsprechend klein, die Fahrleistung pro Fahrzeug niedrig. Ein Cabrio, das im Schnitt 6.000 km im Jahr bewegt wird, trägt denselben Wertverlust wie ein Pendlerfahrzeug mit 25.000 km, nur verteilt auf ein Viertel der Nutzung. Im ersten Jahr nach der Erstzulassung liegt der Wertverlust bei Neuwagen typischerweise zwischen 20 und 25 %.

Beim Kauf zahlen Sie diesen Verlust vollständig, beim Leasing über die Rate plus Versicherung, Steuer und Wartung. Die Langzeitmiete ist rechtlich ein Mietvertrag nach § 535 BGB: Der Vermieter bleibt Halter, kalkuliert die laufenden Kosten in die Rate ein und trägt das Restwertrisiko. Bei einem Fahrzeugtyp, dessen Gebrauchtwert stark von Saison und Verdeckzustand abhängt, ist das ein realer Unterschied.

Saisonkennzeichen ist keine Alternative

Viele Cabrio-Besitzer melden ihr Fahrzeug über ein Saisonkennzeichen nach § 9 Abs. 3 FZV an, zulässig für mindestens 2 und höchstens 11 Monate im Jahr. Das spart Steuer und Versicherung für die Standmonate, ändert aber nichts am Wertverlust und nichts an der Kapitalbindung. Ein Cabrio für 45.000 Euro bindet auch dann 45.000 Euro, wenn es von November bis März in der Garage steht. Die Langzeitmiete löst genau diesen Teil, weil die Zahlung endet, wenn die Nutzung endet.

Was eine Cabrio Langzeitmiete kostet

Die Monatsrate hängt an drei Größen: Fahrzeugklasse, Laufzeit und Kilometerpaket. Kurze Laufzeiten sind pro Monat teurer, weil sich Zulassung, Bereitstellung und Aufbereitung auf weniger Monate verteilen. Ab etwa zwölf Monaten flacht die Kurve deutlich ab. Die folgende Tabelle zeigt marktübliche Spannen inklusive Kfz-Steuer, Haftpflicht, Vollkasko und Wartung bei 1.000 Freikilometern pro Monat.

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Fahrzeugklasse 3 Monate 6 bis 9 Monate 12 bis 48 Monate
Kompakt-Cabrio (z. B. Mini Cabrio, Fiat 500C) 720 bis 900 Euro 620 bis 780 Euro 500 bis 640 Euro
Mittelklasse-Cabrio (z. B. Audi A5, BMW 4er) 1.050 bis 1.350 Euro 880 bis 1.120 Euro 740 bis 950 Euro
Roadster (z. B. Mazda MX-5, BMW Z4) 900 bis 1.150 Euro 760 bis 980 Euro 650 bis 830 Euro
Oberklasse-Cabrio (z. B. Mercedes E-Klasse, Porsche 911) 1.900 bis 3.400 Euro 1.600 bis 2.900 Euro 1.400 bis 2.500 Euro

Zur Einordnung: Der ADAC rechnet für ein Fahrzeug der Kompaktklasse bei 15.000 km Jahresfahrleistung mit Vollkosten von rund 500 bis 650 Euro pro Monat, inklusive Wertverlust, Versicherung, Steuer, Wartung und Kraftstoff (ADAC Autokosten, 2025). Ein Kompakt-Cabrio in der Langzeitmiete liegt in derselben Größenordnung, bei kurzer Laufzeit darüber. Der Aufpreis ist der Preis für die Befristung, nicht für das Fahrzeug. Wie sich beide Modelle über eine feste Laufzeit rechnen, haben wir im Beitrag Langzeitmiete gegen Leasing durchgerechnet.

Das Kilometerpaket bei saisonaler Nutzung

Cabrio-Fahrer unterschätzen ihre Fahrleistung in der Saison regelmäßig. Ein Fahrzeug, das übers Jahr 6.000 km läuft, kommt in fünf Sommermonaten schnell auf 4.500 km, also 900 km pro Monat. Übliche Pakete reichen von 500 bis 2.500 km monatlich, Mehrkilometer werden mit 10 bis 30 Cent abgerechnet, Minderkilometer meist nicht vergütet. Wer 1.200 km fährt und ein 750er-Paket bucht, zahlt bei 20 Cent rund 90 Euro Nachschlag im Monat. Die Details zur Kalkulation stehen im Beitrag zum Kilometerpaket in der Langzeitmiete.

Welche Laufzeit zu welchem Nutzungsprofil passt

Bei miet24.de sind Laufzeiten von 1 bis 48 Monaten möglich. Für Cabrios haben sich drei Muster herausgebildet.

Drei bis sechs Monate: die reine Saisonmiete

Von Mai bis September oder von April bis Oktober. Diese Variante ist pro Monat am teuersten, in der Jahressumme aber oft am günstigsten, weil Sie für die Wintermonate nichts zahlen. Wer sechs Monate plant, sollte früh anfragen: Ab März wird die Verfügbarkeit im Cabrio-Segment eng, weil die Flotte nicht saisonal aufgestockt wird. Ein Blick auf das Langzeitmiete-Angebot von miet24.de zeigt, was gerade im Bestand steht. Zur Laufzeit selbst finden Sie Details unter Langzeitmiete über 6 Monate.

Zwölf Monate: das Zweitfahrzeug

Sinnvoll für Haushalte mit einem festen Alltagsauto, die das Cabrio als zweites Fahrzeug halten und auch im Winter gelegentlich fahren wollen. Die Rate sinkt gegenüber der Dreimonatsmiete um grob 25 bis 35 %, dafür zahlen Sie auch in den Monaten, in denen das Verdeck geschlossen bleibt. Rechnen Sie beide Varianten mit Ihrer tatsächlichen Nutzung durch, bevor Sie sich festlegen.

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24 Monate und länger: der Sonderfall

Über 24 Monate hinaus nähert sich die Langzeitmiete kostenmäßig dem Leasing an und liegt bei hoher Fahrleistung darüber. Sie zahlt sich aus, wenn Sie das Restwertrisiko bewusst abgeben wollen. Bei Cabrios drücken Verdeckschäden, Undichtigkeiten und eine Rückgabe im November den Gebrauchtwert spürbar.

Was in der Rate enthalten ist und was nicht

Standard sind Kfz-Steuer, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung, Wartung nach Herstellervorgabe, Verschleißreparaturen, Zulassung und die Hauptuntersuchung. Die Selbstbeteiligung in der Vollkasko liegt je nach Fahrzeug meist zwischen 500 und 1.500 Euro. Nicht enthalten sind Kraftstoff, Reinigung, Parkgebühren und Bußgelder. Eine vollständige Aufstellung finden Sie unter was bei der Langzeitmiete inklusive ist.

Zwei Cabrio-spezifische Punkte

Erstens der Reifensatz. Wird das Fahrzeug über den Oktober hinaus gefahren, gilt die situative Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a StVO bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Klären Sie vor Vertragsschluss, ob Winterreifen gestellt werden. Bei Saisonverträgen bis September ist das kein Thema.

Zweitens das Verdeck. Stoffverdecke lassen sich je nach Modell bis etwa 50 km/h während der Fahrt öffnen, Klappdächer meist nur im Stand oder im Schritttempo. Schäden am Verdeck laufen im Mietfall über die Vollkasko mit vereinbarter Selbstbeteiligung, was bei Reparaturkosten von häufig 1.500 bis 4.000 Euro der praktisch relevantere Vorteil gegenüber dem Eigenbesitz ist.

Cabrio als Firmenwagen

Für Unternehmen ist die Miete vollständig Betriebsausgabe, die enthaltene Umsatzsteuer von 19 % ist bei Vorsteuerabzugsberechtigung abziehbar. Nutzt ein Mitarbeiter oder der Inhaber das Fahrzeug privat, gilt die 1-%-Regel nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG, also monatlich 1 % des inländischen Bruttolistenpreises zuzüglich 0,03 % je Entfernungskilometer zur ersten Tätigkeitsstätte. Bei reinen Elektrofahrzeugen sinkt der Ansatz auf 0,25 %, sofern der Bruttolistenpreis die gesetzliche Grenze nicht überschreitet, die für Anschaffungen ab Juli 2025 bei 100.000 Euro liegt. Elektrische Cabrios sind allerdings eine kleine Nische. Ob die Regel in Ihrem Fall greift, klärt Ihr Steuerberater. Zum Thema Dienstwagen im Mietmodell haben wir einen eigenen Beitrag zur Firmenwagen-Langzeitmiete.

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Ablauf bei miet24 und die Verfügbarkeit im Cabrio-Segment

Unser Langzeitmiete-Angebot umfasst rund 2.800 Fahrzeuge quer durch alle Klassen. Der Bestand ist eine reale Flotte und kein Konfigurator: Ein Cabrio in einer bestimmten Farbe mit bestimmter Ausstattung lässt sich nicht bestellen, ein vergleichbares Fahrzeug derselben Klasse steht dagegen oft kurzfristig bereit. Cabrios sind dabei das Segment mit der stärksten saisonalen Schwankung, deshalb lohnt der Blick auf die aktuellen Fahrzeuge in der Langzeitmiete möglichst früh im Jahr.

Der Ablauf hat vier Schritte: Anfrage mit Wunschlaufzeit und Kilometerbedarf, Bonitäts- und Führerscheinprüfung, Vertrag, Übergabe. Zwischen Zusage und Übergabe liegen je nach Standort meist 3 bis 14 Tage. Bei der Rückgabe wird das Fahrzeug protokolliert, normale Gebrauchsspuren sind abgedeckt, eine Restwertnachbewertung wie beim Leasing gibt es nicht.

Grenzen des Modells

Drei Punkte gehören in die Entscheidung. Erstens ist die Auswahl im Cabrio-Segment kleiner als bei Limousinen oder Kombis, und in der Hochsaison ist sie es noch stärker. Zweitens rechnet sich die Miete bei Laufzeiten über 36 Monaten und hoher Fahrleistung seltener als Leasing oder Kauf. Drittens arbeiten Anbieter wie Sixt+, FINN oder ViveLaCar mit anderen Laufzeitrastern und Kilometerstaffeln. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über Ihre geplante Laufzeit inklusive Bereitstellungsgebühr, Kilometerpaket und Selbstbeteiligung, nicht die beworbene Monatsrate.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Kann ich ein Cabrio nur für den Sommer mieten?

Ja, das ist der häufigste Fall. Laufzeiten ab einem Monat sind möglich, üblich sind drei bis sechs Monate über die Saison. Die Monatsrate liegt dabei höher als bei einer Zwölfmonatsmiete, in der Jahressumme fahren Sie mit der reinen Saisonlösung aber meist günstiger.

Was kostet ein Cabrio in der Langzeitmiete pro Monat?

Kompakt-Cabrios liegen je nach Laufzeit bei etwa 500 bis 900 Euro, Mittelklasse-Cabrios bei 740 bis 1.350 Euro, Oberklassemodelle deutlich darüber. In diesen Raten stecken Kfz-Steuer, Haftpflicht, Vollkasko und Wartung. Kraftstoff und Reinigung zahlen Sie selbst.

Sind Winterreifen im Vertrag enthalten?

Das hängt vom Fahrzeug und der Laufzeit ab. Bei Verträgen, die über den Oktober hinausgehen, sollten Sie die Bereifung vor Vertragsschluss klären, weil in Deutschland die situative Winterreifenpflicht nach § 2 Abs. 3a StVO gilt. Bei reinen Sommerverträgen entfällt das Thema.

Wer haftet für Schäden am Verdeck?

Schäden laufen über die im Vertrag enthaltene Vollkasko, Sie tragen die vereinbarte Selbstbeteiligung von meist 500 bis 1.500 Euro. Da Verdeckreparaturen häufig zwischen 1.500 und 4.000 Euro kosten, ist das einer der Punkte, an denen sich die Miete gegenüber dem Eigenbesitz spürbar unterscheidet.

Wie früh sollte ich bei miet24 für die Cabrio-Saison anfragen?

Sinnvoll sind Februar oder März für eine Übergabe im April oder Mai. Der Bestand von rund 2.800 Fahrzeugen wechselt laufend, Cabrios sind ab April das knappste Segment. Wenn ein bestimmtes Modell fehlt, schlagen wir vergleichbare Fahrzeuge derselben Klasse und Preislage vor.


Cabrio Langzeitmiete passt immer dann, wenn Ihre Nutzung an die Saison gebunden ist und Sie weder Kapital binden noch das Restwertrisiko tragen wollen. Klären Sie vor der Anfrage drei Dinge: die Monate, in denen Sie tatsächlich fahren, Ihre realistische Fahrleistung in dieser Zeit und ob ein Kompakt-Cabrio genügt oder es die Mittelklasse sein soll. Mit diesen Angaben lässt sich in wenigen Minuten bestimmen, welche Laufzeit und welches Kilometerpaket rechnerisch aufgehen. Den tagesaktuellen Stand sehen Sie bei den verfügbaren Langzeitmiet-Fahrzeugen.