Elektroschrott vermeiden: mieten, reparieren, weitergeben

Elektroschrott vermeiden ist in Deutschland ein größeres Problem, als die Sammelquoten vermuten lassen. Millionen Geräte landen jährlich im Abfall, viele davon funktionsfähig oder reparierbar. Mieten ist dabei eine der wirksamsten Gegenmaßnahmen, weil ein Gerät statt einmal viele Male genutzt wird. Dieser Ratgeber zeigt, was Sie konkret tun können.

Warum Elektroschrott entsteht

Drei Ursachen tragen den größten Teil bei: kurze Nutzungsdauern, schwer reparierbare Bauweise und Geräte, die von Anfang an nur selten gebraucht werden. Besonders die dritte Gruppe ist im Haushalt groß. Ein Dampfreiniger, eine Nebelmaschine oder ein Beamer läuft über die gesamte Lebensdauer oft nur wenige Stunden und wird trotzdem gekauft, gelagert und irgendwann entsorgt.

Die Rechtslage beim Entsorgen

Elektrogeräte gehören nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz nicht in den Restmüll. Verbraucher können Altgeräte kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Größere Händler mit entsprechender Verkaufsfläche sind zudem zur Rücknahme verpflichtet, kleine Geräte teils auch ohne Neukauf.

  • Kommunale Wertstoffhöfe nehmen Altgeräte kostenlos an
  • Rücknahmepflicht im Handel ab bestimmten Verkaufsflächen
  • Lampen und Batterien getrennt abgeben
  • Daten auf Geräten mit Speicher vorher löschen

Die Reihenfolge, die wirklich hilft

Fachlich gilt eine klare Rangfolge, und Recycling steht darin weit unten. Die wirksamsten Schritte kommen vorher.

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  • Vermeiden: gar nicht erst anschaffen, was selten gebraucht wird
  • Mieten oder teilen: ein Gerät für viele Nutzer statt viele Geräte
  • Reparieren: defekte Geräte instand setzen statt ersetzen
  • Weitergeben: funktionsfähige Geräte verkaufen oder verschenken
  • Recyceln: erst am Ende, wenn nichts anderes mehr geht

Welche Geräte sich besonders zum Mieten eignen

Die Faustregel lautet: Alles, was seltener als einmal im Monat gebraucht wird und mehr als eine Schublade Platz benötigt.

  • Reinigungsgeräte wie Teppichreiniger, Dampfreiniger und Nasssauger
  • Veranstaltungstechnik wie Beamer, Leinwände und Tonanlagen
  • Bau- und Gartengeräte vom Bohrhammer bis zum Vertikutierer
  • Eventgeräte wie Popcorn-, Slush- und Zuckerwattemaschinen
  • Spezialwerkzeug, das nur für ein einziges Projekt gebraucht wird

Auf miet24 finden Sie diese Geräte unter Baumaschinen mit rund 9.900 Angeboten, unter Elektronik mit etwa 5.260 Angeboten und unter Events und Messen mit rund 25.700 Angeboten.

Reparieren statt ersetzen

Repair-Cafés gibt es inzwischen in vielen Städten, und für zahlreiche Geräte sind Ersatzteile verfügbar. Bei Geräten mit Akku ist der Akku selbst häufig der einzige Defekt, und ein Tausch kostet einen Bruchteil eines Neugeräts. Prüfen Sie das, bevor Sie ein Gerät aussortieren. Auch Ersatzteile für ältere Geräte sind häufiger verfügbar als vermutet, weil Hersteller sie nach den Vorgaben zur Ökodesign-Verordnung für bestimmte Produktgruppen über mehrere Jahre vorhalten müssen.

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Kaufen mit Blick auf die Lebensdauer

Wenn ein Kauf sinnvoll ist, entscheiden zwei Fragen über die spätere Bilanz: Gibt es Ersatzteile, und lässt sich das Gerät öffnen. Geräte mit verklebten Akkus oder Sonderschrauben sind nach dem ersten Defekt in der Regel Abfall.

  • Ersatzteilverfügbarkeit vor dem Kauf prüfen
  • Wechselbare Akkus bevorzugen
  • Auf Reparaturanleitungen des Herstellers achten
  • Gebrauchtgeräte in Betracht ziehen, sie verursachen keine neue Produktion

Was ein ungenutztes Gerät kostet

Neben der Umweltseite gibt es eine wirtschaftliche. Ein Gerät, das im Keller steht, hat Kaufpreis gebunden, belegt Fläche und verliert an Wert. Bei Akkugeräten kommt hinzu, dass der Akku auch ungenutzt altert und nach einigen Jahren kaum noch Kapazität hat. Der Kauf war dann doppelt verloren: einmal das Geld und einmal das Gerät.

  • Kaufpreis gebunden, ohne Nutzen
  • Lagerfläche, die im Haushalt knapp ist
  • Akkus altern auch im Stillstand
  • Wiederverkaufswert sinkt mit jedem Jahr

Für Betriebe

Wer gewerblich arbeitet, hat größere Hebel. Ausgemusterte Geräte lassen sich weiterverkaufen statt entsorgen, Ersatzteile aus defekten Geräten ausbauen und wiederverwenden. Auch die Entscheidung, Spezialgeräte zu mieten statt zu kaufen, wirkt bei Betrieben stärker, weil die Stückzahlen höher sind.

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Was Sie diese Woche tun können

  • Einmal durch Keller und Abstellraum gehen und ungenutzte Geräte notieren
  • Funktionsfähige Geräte weitergeben statt lagern
  • Defekte Geräte auf Reparierbarkeit prüfen, bevor sie zum Wertstoffhof gehen
  • Beim nächsten Bedarf zuerst prüfen, ob Mieten reicht
  • Bei Geräten mit Speicher die Daten löschen, bevor sie weggegeben werden
  • Alte Kabel und Netzteile gesondert sammeln, sie gehören ebenfalls nicht in den Restmüll

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Weiterführende Ratgeber

Zum Grundgedanken lesen Sie Kreislaufwirtschaft in der Praxis, für Vermieter Nachhaltig vermieten.

Häufige Fragen

Wohin mit alten Elektrogeräten?

Zu kommunalen Sammelstellen, dort ist die Abgabe kostenlos. Größere Händler sind zudem zur Rücknahme verpflichtet, kleine Geräte nehmen viele auch ohne Neukauf an.

Was bringt Mieten gegen Elektroschrott?

Ein gemietetes Gerät wird von vielen Nutzern verwendet und ersetzt damit zahlreiche Einzelanschaffungen. Das verhindert Abfall, bevor er entsteht.

Welche Geräte sollte man nicht kaufen?

Alles, was seltener als etwa einmal im Monat gebraucht wird und Platz beansprucht, etwa Reinigungsgeräte, Veranstaltungstechnik und Spezialwerkzeug für einzelne Projekte.

Lohnt sich eine Reparatur?

Häufig ja, besonders bei Akkugeräten, wo oft nur der Akku defekt ist. Ein Tausch kostet einen Bruchteil eines Neugeräts, und Repair-Cafés helfen kostenlos weiter.

Elektroschrott vermeiden beginnt vor dem Kauf, nicht bei der Entsorgung. Wer selten genutzte Geräte mietet statt anschafft, verhindert Abfall an der Stelle, an der er entsteht, und spart zugleich Geld und Lagerplatz.