
Events nachhaltig gestalten: die fünf großen Hebel
Events nachhaltig gestalten scheitert selten am Willen und häufig daran, dass die großen Hebel unbekannt sind. Bei Veranstaltungen entfällt der größte Teil der Umweltwirkung auf Anreise, Verpflegung und Ausstattung. Wer dort ansetzt, erreicht mehr als mit zehn kleinen Maßnahmen. Dieser Ratgeber ordnet die Hebel nach Wirkung.
Hebel 1: Die Anreise der Gäste
Bei den meisten Veranstaltungen ist die Anreise der größte Einzelposten, oft deutlich vor allem anderen. Das gilt besonders, wenn Gäste von weit her kommen. Die Standortwahl entscheidet deshalb mehr als jede Maßnahme vor Ort.
- Ort mit Anschluss an den öffentlichen Verkehr wählen
- Fahrgemeinschaften aktiv organisieren, nicht nur empfehlen
- Anreisezeiten so legen, dass Bahnverbindungen passen
- Bei verteilten Teilnehmern den Ort in der Mitte wählen, nicht am eigenen Sitz
- Hybridteilnahme anbieten, wo sie inhaltlich funktioniert
Hebel 2: Mieten statt kaufen
Eventausstattung wird für wenige Stunden gebraucht und danach eingelagert oder entsorgt. Mieten ist hier die naheliegende Lösung, weil dieselbe Ausstattung viele Veranstaltungen bedient. Auf miet24 stehen rund 25.700 Angebote in der Kategorie Events und Messen, darunter Bühne, Zelt und Messestand mit etwa 2.300 und Gastronomie und Bar mit rund 2.580 Angeboten.
- Mobiliar, Zelte und Technik mieten statt anschaffen
- Geschirr und Gläser mieten statt Einweg verwenden
- Regional mieten, das spart Transportwege
- Messebauten modular planen, damit sie mehrfach nutzbar sind
Hebel 3: Verpflegung
Nach Anreise und Ausstattung ist das Catering der dritte große Posten. Zwei Entscheidungen wirken am stärksten: der Anteil pflanzlicher Gerichte und die Vermeidung von Überproduktion. Reste sind bei Veranstaltungen die Regel, weil zu großzügig kalkuliert wird.
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- Mengen anhand tatsächlicher Teilnehmerzahlen kalkulieren, nicht anhand der Einladungen
- Pflanzliche Gerichte als Standard, nicht als Sonderwunsch
- Saisonale und regionale Produkte bevorzugen
- Reste vorab organisieren, etwa zur Weitergabe an Helfer
- Leitungswasser statt Flaschen, das spart Transport und Abfall
Hebel 4: Abfall vermeiden statt trennen
Trennung ist gut, Vermeidung besser. Die größten Abfallmengen bei Veranstaltungen entstehen durch Einweggeschirr, Verpackungen und Werbematerial. Mehrwegsysteme mit Pfand funktionieren inzwischen auch bei großen Veranstaltungen zuverlässig. Beim Werbematerial gilt: Weniger drucken wirkt stärker als auf Recyclingpapier zu drucken. Programme lassen sich digital bereitstellen, und Giveaways werden häufig ohnehin weggeworfen.
Hebel 5: Energie
Der Stromverbrauch ist bei den meisten Veranstaltungen kleiner als vermutet, außer bei aufwendiger Bühnentechnik. Der wirksamste Punkt ist der Verzicht auf Dieselgeneratoren, wo ein Netzanschluss verfügbar ist. Wo Generatoren nötig sind, sollten sie richtig dimensioniert sein, denn überdimensionierte Anlagen laufen ineffizient. Ermitteln Sie den tatsächlichen Bedarf, indem Sie die Leistungsaufnahme aller Geräte addieren, statt pauschal aufzurunden.
Was wenig bringt
Papierlose Einladungen, Bambusstrohhalme und ähnliche Maßnahmen sind sichtbar, wiegen aber gegen die Anreise von hundert Gästen nichts. Sie sind nicht falsch, sollten aber nicht das Gefühl erzeugen, das Wesentliche sei erledigt. Konzentrieren Sie sich zuerst auf Ort, Ausstattung und Catering.
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Transport der Ausstattung
Wenn Ausstattung gemietet wird, entscheidet die Entfernung zum Vermieter mit. Ein Zelt, das 300 Kilometer angefahren wird, verliert einen Teil seines Vorteils auf der Straße. Regionale Anbieter sind deshalb nicht nur günstiger, sondern auch in der Bilanz besser. Bündeln Sie außerdem Lieferungen, statt jede Position einzeln anfahren zu lassen.
- Anbieter in der Region bevorzugen
- Alle Positionen bei möglichst wenigen Vermietern bündeln
- Liefer- und Abholtermine zusammenlegen
- Selbstabholung prüfen, wenn ohnehin ein Transporter fährt
Kommunikation ohne Übertreibung
Werbung mit Umweltaussagen ist rechtlich heikel. Pauschale Begriffe wie klimaneutrales Event sind angreifbar, wenn sie nicht belegt und erläutert sind. Nennen Sie stattdessen konkrete Maßnahmen, das ist überprüfbar und wirkt glaubwürdiger.
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- Konkrete Maßnahmen nennen statt pauschaler Begriffe
- Zahlen nur verwenden, wenn die Berechnung offengelegt werden kann
- Teilnehmer einbeziehen, etwa bei der Anreise
- Auch nennen, was nicht gelungen ist, das wirkt glaubwürdiger als eine reine Erfolgsmeldung
Eine einfache Reihenfolge
- Ort mit gutem Verkehrsanschluss wählen
- Ausstattung mieten statt kaufen
- Catering pflanzlich orientieren und Mengen knapp kalkulieren
- Mehrweg statt Einweg
- Erst danach über Details nachdenken
- Nach der Veranstaltung auswerten, was übrig blieb, und beim nächsten Mal knapper planen
- Den Teilnehmern mitteilen, was umgesetzt wurde, das erhöht die Beteiligung bei der nächsten Veranstaltung
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Weiterführende Ratgeber
Zur Planung lesen Sie Party organisieren, für Vermieter Nachhaltig vermieten.
Häufige Fragen
Was ist der größte Hebel bei nachhaltigen Events?
Die Anreise der Gäste. Sie macht bei den meisten Veranstaltungen den größten Teil der Umweltwirkung aus, weshalb die Standortwahl wichtiger ist als jede Maßnahme vor Ort.
Warum ist Mieten bei Events sinnvoll?
Weil Ausstattung nur wenige Stunden gebraucht wird. Gemietetes Mobiliar, Zelte und Technik bedienen viele Veranstaltungen, statt nach einer Nutzung eingelagert zu werden.
Wie vermeidet man Reste beim Catering?
Mengen anhand der tatsächlichen Teilnehmerzahl kalkulieren statt anhand der Einladungen, und die Verwertung von Resten vorab organisieren, etwa zur Weitergabe an Helfer.
Darf man ein Event als klimaneutral bewerben?
Nur mit belegter und erläuterter Grundlage. Pauschale Aussagen ohne nachprüfbare Berechnung sind wettbewerbsrechtlich angreifbar, konkrete Maßnahmen dagegen unproblematisch.
Wer Events nachhaltig gestalten will, entscheidet das meiste bei der Standortwahl und bei der Frage, ob Ausstattung gemietet oder gekauft wird. Diese beiden Punkte wiegen schwerer als alle sichtbaren Detailmaßnahmen zusammen.