
Pickup Langzeitmiete: Kosten, Modelle, Steuer
Ein Pickup wird in Deutschland selten das ganze Jahr über gebraucht. Er steht auf der Baustelle, zieht im Sommer einen Anhänger, transportiert im Herbst Material und ist von November bis März ein 5,3 Meter langes Fahrzeug, das keinen Stellplatz findet. Genau an diesem Punkt wird die Pickup Langzeitmiete interessant: Sie mieten das Fahrzeug für einen festen Zeitraum zwischen einem und 48 Monaten, zahlen eine monatliche Rate mit Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung und Zulassung und geben es danach zurück.
Das Segment ist klein. Pickups machen in Deutschland deutlich weniger als 1 % der jährlich rund 2,8 Millionen Pkw-Neuzulassungen aus (Kraftfahrt-Bundesamt, 2024), und die Modellauswahl ist in den letzten Jahren geschrumpft, seit Nissan Navara und Mitsubishi L200 vom europäischen Markt genommen wurden. Für Mietflotten heißt das: Es gibt Pickups, aber nicht viele, und die Verfügbarkeit hängt am konkreten Bestand statt an einem Konfigurator.
Wann sich eine Pickup Langzeitmiete rechnet
Der Vergleich läuft fast immer gegen Kauf oder Leasing. Ein Pickup mit Doppelkabine kostet neu je nach Ausstattung 45.000 bis 70.000 Euro. Wer ihn kauft, trägt den Wertverlust und das Restwertrisiko, wer least, bindet sich in der Regel auf 36 oder 48 Monate mit Anzahlung. Die Langzeitmiete ist rechtlich ein Mietvertrag: Halter bleibt der Vermieter, es gibt keine Restwertabrechnung und keine Anzahlung über mehrere Tausend Euro. Die Unterschiede haben wir im Beitrag zu Langzeitmiete und Leasing im Vergleich im Detail aufgeschlüsselt.
Projekte, Saison und Auftragsspitzen
Der typische Fall aus der Praxis ist ein Bauunternehmen, das einen Auftrag über acht Monate hat und dafür ein Zugfahrzeug mit Pritsche braucht. Ein Kauf lohnt für diesen Zeitraum nicht, ein 48-Monats-Leasing passt zeitlich nicht. Ähnlich sieht es im Garten- und Landschaftsbau aus, wo die Arbeit zwischen März und Oktober anfällt. Die Monatsrate liegt in dieser Zeit über einer Leasingrate, die Gesamtkosten über die tatsächliche Nutzungsdauer fallen trotzdem niedriger aus, weil vier Standmonate wegfallen.
Wenn ein Transporter die bessere Wahl ist
Ein Pickup ist kein Universalfahrzeug. Die Ladefläche liegt offen, ist bei der Doppelkabine nur rund 1,50 Meter lang und ohne Hardtop nicht diebstahlsicher. Wer Werkzeug, Material und Maschinen trocken und abschließbar transportieren will, fährt mit einem Kastenwagen besser und meist auch günstiger. Sinnvoll ist der Pickup dort, wo Anhängelast, Bodenfreiheit und Allradantrieb zusammenkommen. Für die andere Variante lohnt der Blick in unseren Beitrag zur Transporter-Langzeitmiete.
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Welche Pickups zur Verfügung stehen
Auf miet24.de stehen rund 2.800 Fahrzeuge in der Langzeitmiete, die Zusammensetzung ändert sich laufend. Pickups sind darin eine Nische, entsprechend sinnvoll ist es, die verfügbaren Langzeitmiet-Fahrzeuge direkt durchzusehen, statt auf ein bestimmtes Modell festgelegt zu sein. Die folgende Übersicht zeigt die Fahrzeuge, die in Deutschland überhaupt regelmäßig in Flotten auftauchen, mit Herstellerangaben aus dem Modelljahr 2024 und Orientierungsspannen für die Monatsrate bei 12 bis 24 Monaten Laufzeit und rund 1.000 Kilometern im Monat.
| Modell | Nutzlast | Anhängelast gebremst | Rate pro Monat |
|---|---|---|---|
| Toyota Hilux Doppelkabine | bis 1.000 kg | 3.500 kg | 550 bis 750 Euro |
| Isuzu D-Max Doppelkabine | bis 1.100 kg | 3.500 kg | 550 bis 720 Euro |
| Ford Ranger Doppelkabine | bis 1.150 kg | 3.500 kg | 620 bis 850 Euro |
| VW Amarok Doppelkabine | bis 1.150 kg | 3.500 kg | 650 bis 880 Euro |
| Ford Ranger Raptor | rund 620 kg | 2.500 kg | 900 bis 1.200 Euro |
Ford Ranger und VW Amarok teilen sich seit 2022 die technische Basis und unterscheiden sich vor allem in Ausstattung und Innenraum. Elektrische Pickups spielen in Deutschland bisher kaum eine Rolle: Der Maxus T90EV kommt auf rund 330 Kilometer WLTP-Reichweite bei etwa 1 Tonne Nutzlast, andere Modelle sind angekündigt, aber in Mietflotten selten. Für den Dieselantrieb spricht bei diesen Fahrzeugen weiterhin die Anhängelast.
Nutzlast, Anhängelast und Führerschein
Die Zahlen aus dem Prospekt gelten selten für das Fahrzeug, das vor der Tür steht. Ein Hardtop wiegt 60 bis 90 Kilogramm, eine Anhängerkupplung rund 30, ein Unterfahrschutz noch einmal 40. Jedes Kilogramm Aufbau geht direkt von der Nutzlast ab. Bei einer angegebenen Nutzlast von 1.000 Kilogramm bleiben in der Praxis oft 850 übrig, und mit vier Personen an Bord sinkt der Wert weiter.
Was der Führerschein Klasse B abdeckt
Pickups liegen mit 3.000 bis 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse gerade noch in der Klasse B, die bis 3.500 Kilogramm gilt (§ 6 FeV). Kritisch wird es mit Anhänger. Zug und Anhänger zusammen dürfen mit Klasse B nur 3.500 Kilogramm wiegen, mit der Schlüsselzahl B96 sind es 4.250 Kilogramm, und erst die Klasse BE erlaubt bis zu 7.000 Kilogramm Gesamtzuggewicht bei maximal 3.500 Kilogramm Anhängermasse. Die vom Hersteller angegebene Anhängelast von 3.500 Kilogramm lässt sich also ohne BE praktisch nicht ausfahren. Diesen Punkt sollten Sie vor der Buchung klären, nicht am Übergabetag.
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Was eine Pickup Langzeitmiete kostet
Die Rate hängt an vier Größen: Modell, Laufzeit, Kilometerpaket und Aufbau. Pickups liegen dabei über vergleichbar teuren Pkw, weil der Verbrauch höher ist, Reifen und Bremsen schneller verschleißen und die Fahrzeuge im gewerblichen Einsatz stärker beansprucht zurückkommen. Realistisch sind 8 bis 10 Liter Diesel auf 100 Kilometer, bei Anhängerbetrieb eher 12 bis 14. Kraftstoff zahlen Sie separat, er ist in keiner Langzeitmiete enthalten.
Die Laufzeit bewegt den Preis am stärksten. Zwischen einem Vertrag über 3 Monate und einem über 24 Monate liegen bei gleichem Fahrzeug häufig 25 bis 40 % Ratenunterschied, weil Zulassung, Aufbereitung und Standzeiten auf wenige Monate umgelegt werden. Beim Kilometerpaket gilt die umgekehrte Logik: Zu knapp kalkuliert wird es teuer, weil Mehrkilometer bei Pickups oft mit 0,20 bis 0,35 Euro abgerechnet werden. Wer im Monat 2.000 statt der gebuchten 1.000 Kilometer fährt, zahlt am Jahresende schnell mehr als eine Paketstufe gekostet hätte. Wie sich die Stufen sinnvoll wählen lassen, steht im Beitrag zum Kilometerpaket in der Langzeitmiete. Einen ersten Eindruck von den tatsächlich buchbaren Konditionen bekommen Sie über die aktuellen Fahrzeuge in der Langzeitmiete.
Kfz-Steuer und Dienstwagen
Bei Pickups wird die steuerliche Einordnung häufiger diskutiert als bei anderen Fahrzeugen. Für die Kfz-Steuer gilt: Fahrzeuge bis 2,8 Tonnen zulässiger Gesamtmasse werden regelmäßig als Pkw besteuert. Darüber kommt eine Einstufung als Lkw in Betracht, wenn die Ladefläche größer ist als die zur Personenbeförderung dienende Fläche (BFH, Urteil vom 10.02.2010, Az. II R 6/08). Der Unterschied ist spürbar: Ein Fahrzeug mit 3,2 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht kostet nach der Gewichtsstaffel für Lkw rund 185 Euro Kfz-Steuer im Jahr (§ 9 Abs. 1 Nr. 3 KraftStG), ein 2,0-Liter-Diesel-Pkw mit 200 Gramm CO2 je Kilometer dagegen rund 480 Euro (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 KraftStG).
Für Sie als Mieter ist das nur indirekt relevant, weil die Kfz-Steuer bereits in der Monatsrate steckt und der Vermieter sie abführt. Sie erklärt aber, warum zwei äußerlich ähnliche Pickups unterschiedlich bepreist sein können. Welche Positionen sonst noch in der Rate stecken, haben wir im Überblick zum Leistungsumfang zusammengestellt.
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Private Nutzung eines Firmenfahrzeugs
Wird das gemietete Fahrzeug einem Mitarbeiter auch privat überlassen, gilt die pauschale Bewertung mit 1 % des inländischen Bruttolistenpreises je Monat (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Gerechnet wird mit dem Listenpreis des Fahrzeugs, nicht mit der Mietrate. Bei einem Pickup mit 60.000 Euro Listenpreis sind das 600 Euro geldwerter Vorteil im Monat, zuzüglich 0,03 % je Entfernungskilometer für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Ein reines Werkstattfahrzeug ohne Eignung zur privaten Nutzung ist davon ausgenommen, ein Pickup mit Doppelkabine und Ledersitzen in aller Regel nicht. Für die Vertragsgestaltung im Unternehmen lohnt der Blick in unseren Beitrag zum Firmenwagen in der Langzeitmiete.
Was Sie vor der Buchung klären sollten
Vier Punkte sorgen bei Pickups häufiger für Streit im Vertrag als bei einem Kombi.
- Abmessungen und Stellplatz: Mit rund 5,35 Metern Länge passt ein Pickup mit Doppelkabine nicht auf einen Standardstellplatz, der nach den Garagenverordnungen der Länder häufig nur 5,00 Meter lang und 2,30 bis 2,50 Meter breit ist.
- Aufbauten: Hardtop, Rollo, Laderaumwanne oder Seilwinde sind selten serienmäßig dabei. Klären Sie vorab, ob der Vermieter sie stellt und ob eigene Anbauten erlaubt sind.
- Anhängerbetrieb: Kupplung, Stützlast und Führerscheinklasse müssen zusammenpassen.
- Zustand bei Rückgabe: Gebrauchsspuren auf der Ladefläche sind normal, Durchrostung und Verformungen sind es nicht. Fotografieren Sie die Ladefläche bei Übernahme.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Pickup Langzeitmiete im Monat?
Bei 12 bis 24 Monaten Laufzeit und rund 1.000 Kilometern im Monat liegen gängige Modelle wie Toyota Hilux, Isuzu D-Max, Ford Ranger und VW Amarok zwischen 550 und 880 Euro im Monat. Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung und Zulassung sind darin enthalten, Kraftstoff nicht. Kurze Laufzeiten unter 6 Monaten liegen deutlich darüber.
Brauche ich für einen Pickup einen Lkw-Führerschein?
Nein. Pickups bleiben mit 3.000 bis 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse innerhalb der Klasse B. Sobald Sie einen schweren Anhänger ziehen, brauchen Sie allerdings die Schlüsselzahl B96 oder die Klasse BE, weil Zugfahrzeug und Anhänger zusammen sonst auf 3.500 Kilogramm begrenzt sind.
Kann ich einen Pickup auch privat langfristig mieten?
Ja. Die Langzeitmiete steht Privatpersonen und Unternehmen offen, geprüft wird in beiden Fällen die Bonität. Privat gemietet werden Pickups vor allem für Umbauphasen am Haus, für Pferdeanhänger oder für Bootstransporte in der Saison.
Wie lange dauert es, bis das Fahrzeug bereitsteht?
Das hängt am Bestand. Ist das Fahrzeug zugelassen und verfügbar, sind wenige Werktage üblich. Bei Pickups ist die Auswahl kleiner als bei Pkw, deshalb kann sich die Übergabe verzögern, wenn Sie auf ein bestimmtes Modell oder eine bestimmte Ausstattung festgelegt sind.
Findet man auf miet24.de dauerhaft Pickups?
Wir bei miet24 arbeiten mit einer Flotte von rund 2.800 Fahrzeugen, in der Pickups eine kleine Position sind. Der Bestand wechselt laufend, ein bestimmtes Modell ist deshalb nicht dauerhaft garantiert. Sinnvoll ist es, das Angebot direkt anzusehen und bei Bedarf eine Alternative aus derselben Klasse in Betracht zu ziehen.
Pickup Langzeitmiete lohnt sich dort, wo ein Fahrzeug für einen begrenzten Zeitraum gebraucht wird und Anhängelast, Ladefläche und Allradantrieb zusammenkommen müssen. Rechnen Sie vor der Buchung drei Dinge durch: die tatsächliche Nutzlast nach Abzug der Aufbauten, die realistische Kilometerleistung im Monat und die Führerscheinklasse für den geplanten Anhängerbetrieb. Passt das zusammen, prüfen Sie am besten direkt das Langzeitmiete-Angebot von miet24.de auf verfügbare Fahrzeuge und Laufzeiten.