Vermietungserfolg steigern: acht Schritte der Reihe nach

Den Vermietungserfolg steigern heißt selten, mehr Geräte zu kaufen. In den meisten Betrieben liegt ungenutztes Potenzial in drei Bereichen: unvollständige Inserate, langsame Antworten und ein Bestand, dessen Auslastung niemand kennt. Dieser Ratgeber geht die Stellschrauben in der Reihenfolge ihrer Wirkung durch.

Schritt 1: Den Bestand vollständig sichtbar machen

Viele Betriebe listen nur einen Teil ihres Sortiments, meist die Geräte, die ohnehin gut laufen. Genau umgekehrt wäre richtig: Die schwer auszulastenden Geräte brauchen die Sichtbarkeit am dringendsten. Prüfen Sie zuerst, welcher Anteil Ihres Bestands überhaupt inseriert ist.

  • Inventarliste mit dem Bestand der Inserate abgleichen
  • Fehlende Geräte ergänzen, auch ältere und weniger attraktive
  • Ausgemusterte Geräte entfernen, sie erzeugen sonst Absagen

Schritt 2: Inserate auf Vollständigkeit prüfen

Ein Inserat ohne Preis wird seltener angefragt, eines ohne Fotos kaum geöffnet. Diese Arbeit kostet einmalig Zeit und wirkt dauerhaft.

  • Mindestens fünf Fotos je Gerät, davon eines im Einsatz
  • Preis angeben statt Preis auf Anfrage
  • Titel mit dem gesuchten Begriff, nicht mit der Typenbezeichnung
  • Technische Daten vollständig, insbesondere Maße und Gewicht
  • Zubehör aufführen, das mitgeliefert wird

Schritt 3: Die Reaktionszeit messen

Die wenigsten Betriebe wissen, wie lange sie tatsächlich für eine Antwort brauchen. Messen Sie es zwei Wochen lang. Wenn der Durchschnitt über einem Tag liegt, ist das der größte Hebel, den Sie haben, und er kostet nichts außer einer festen Routine.

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Schritt 4: Auslastung je Gerät kennen

Ohne Zahlen entscheiden Sie über Anschaffungen nach Gefühl. Führen Sie je Gerät die Vermiettage im Jahr. Daraus ergibt sich, welche Geräte Sie nachkaufen sollten und welche Sie besser abstoßen.

  • Geräte mit hoher Auslastung und langen Wartelisten nachkaufen
  • Geräte unter einer bestimmten Schwelle prüfen: Preis, Darstellung oder Verkauf
  • Saisonale Muster erfassen, sie zeigen Lücken im Jahresverlauf
  • Ausfalltage durch Reparatur getrennt zählen, sonst wirkt ein Gerät schlechter als es ist
  • Erträge je Gerät gegenüberstellen, nicht nur Vermiettage, denn Tagessätze unterscheiden sich stark

Schritt 5: Preise überprüfen

Viele Vermieter setzen Preise einmal fest und ändern sie jahrelang nicht. Vergleichen Sie mindestens einmal im Jahr mit ähnlichen Angeboten in Ihrer Region. Arbeiten Sie mit Staffelungen, damit längere Buchungen attraktiv werden, denn ein Gerät, das eine Woche draußen ist, erzeugt weniger Aufwand als sieben Einzelvermietungen.

Schritt 6: Den Auftragswert erhöhen

Der einfachste zusätzliche Umsatz entsteht bei Kunden, die ohnehin buchen. Bieten Sie passendes Zubehör und Zusatzleistungen aktiv an, statt darauf zu warten, dass danach gefragt wird.

  • Lieferung und Abholung als eigene Leistung mit eigener Marge
  • Verbrauchsmaterial gleich mit anbieten
  • Ergänzende Geräte vorschlagen, die zum Vorhaben passen
  • Einweisung vor Ort gegen Aufpreis, das senkt zugleich Schäden

Schritt 7: Stammkunden systematisch binden

Ein wiederkehrender Kunde kostet keine Akquise. Legen Sie für Stammkunden hinterlegte Konditionen und Notizen zu ihren üblichen Anforderungen an, dann geht die nächste Buchung in Minuten. Melden Sie sich vor der Saison aktiv bei den Kunden, die im Vorjahr gebucht haben. Ein kurzer Anruf vier Wochen vor dem üblichen Buchungszeitpunkt genügt und führt erfahrungsgemäß zu einem erheblichen Teil der Folgeaufträge, bevor der Kunde überhaupt anfängt zu vergleichen.

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Schritt 8: Sichtbarkeit gezielt zukaufen

Erst wenn die Schritte davor erledigt sind, lohnen Zusatzleistungen. Dann greifen sie gezielt: TopRank für ertragsstarke Artikel in vollen Kategorien, Highlight für einzelne Angebote, der Branchenbuch-Eintrag für die Auffindbarkeit des Betriebs und weitere Standorte für die Fläche.

Schritt 9: Bewertungen einsammeln

Bewertungen wirken bei Interessenten, die Sie nicht kennen, stärker als jede Beschreibung. Sie entstehen aber selten von allein. Bitten Sie direkt bei der Rückgabe darum, solange der Eindruck frisch ist, und nicht Tage später per Mail. Antworten Sie auch auf kritische Bewertungen sachlich, denn diese Antwort lesen künftige Kunden mit.

  • Persönlich bei der Rückgabe um die Bewertung bitten
  • Auf jede Bewertung antworten, auch auf die guten
  • Bei Kritik den Sachverhalt klären statt zu rechtfertigen

Die Reihenfolge ist entscheidend

Wer mit Schritt acht beginnt, kauft Sichtbarkeit für Inserate, die nicht überzeugen. Die ersten vier Schritte kosten nichts außer Zeit und heben in den meisten Betrieben mehr als jede gebuchte Zusatzleistung. Erst danach wirkt zusätzliches Budget wie beabsichtigt.

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Weiterführende Ratgeber

Zu den Zusatzleistungen lesen Sie TopRank buchen und Branchenbuch-Eintrag, zur Bearbeitung Mietanfragen richtig beantworten.

Häufige Fragen

Was ist der größte Hebel für mehr Vermietungen?

Meist die Reaktionszeit auf Anfragen und die Vollständigkeit der Inserate. Beides kostet nichts außer Zeit und wirkt in der Regel stärker als zugekaufte Sichtbarkeit.

Sollte man alle Geräte inserieren?

Ja. Gerade die schwerer auszulastenden Geräte brauchen die Sichtbarkeit am dringendsten. Ausgemusterte Geräte sollten dagegen entfernt werden, weil sie zu Absagen führen.

Wie oft sollte man Preise überprüfen?

Mindestens einmal im Jahr im Vergleich mit ähnlichen Angeboten in der eigenen Region. Staffelpreise für längere Buchungen senken zugleich den Aufwand je Miettag.

Wann lohnen sich Zusatzleistungen?

Erst wenn Bestand, Inserate, Reaktionszeit und Preise stimmen. Vorher verstärken sie nur ein Angebot, das aus anderen Gründen nicht überzeugt.

Wer den Vermietungserfolg steigern will, arbeitet die Schritte in dieser Reihenfolge ab. Vollständiger Bestand, gute Inserate, schnelle Antworten und bekannte Auslastung heben mehr als jedes zusätzliche Budget, und sie sind die Voraussetzung dafür, dass dieses Budget überhaupt wirkt.