Digitalisierung im Vermietbetrieb: vier Bausteine

Die Digitalisierung im Vermietbetrieb scheitert selten an der Technik und meistens daran, dass zu viel auf einmal gewollt wird. Für die allermeisten Betriebe liegt der Nutzen nicht in einer großen Softwareeinführung, sondern in drei bis vier konkreten Abläufen, die heute noch auf Papier und im Kopf laufen. Dieser Ratgeber zeigt, welche das sind.

Wo die Zeit tatsächlich verloren geht

Bevor Sie über Werkzeuge nachdenken, sollten Sie wissen, wofür Ihre Zeit draufgeht. In Vermietbetrieben sind es fast immer dieselben vier Bereiche: Anfragen beantworten, Verfügbarkeiten prüfen, Übergaben dokumentieren und Rechnungen schreiben. Alles andere ist im Vergleich Randgeschäft.

Baustein 1: Eine Verfügbarkeitsübersicht

Der häufigste Engpass ist die Frage, ob ein Gerät an einem bestimmten Tag frei ist. Läuft diese Information über Zurufe oder einen Wandkalender, entstehen Doppelbuchungen. Ein geteilter Kalender, in dem jedes Gerät eine eigene Spur hat, löst das mit geringem Aufwand.

  • Eine Spur je Einzelgerät, nicht je Gerätetyp
  • Reservierungen mit Ablaufdatum eintragen, sonst blockieren sie dauerhaft
  • Wartungstermine ebenfalls eintragen, sie sind Ausfallzeiten
  • Für alle zugänglich, die Auskunft geben

Baustein 2: Digitale Übergabeprotokolle

Ein Protokoll auf Papier landet im Ordner und ist im Streitfall schwer zu finden. Ein Protokoll mit Fotos direkt auf dem Telefon ist in zwei Minuten erstellt, sofort abgelegt und im Zweifel in Sekunden wiedergefunden. Das ist der Baustein mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Nutzen.

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  • Fotos von allen Seiten, automatisch mit Datum versehen
  • Betriebsstunden oder Kilometerstand als Pflichtfeld
  • Unterschrift des Mieters direkt auf dem Gerät erfassen
  • Ablage nach Gerät und Datum, nicht nach Kunde

Baustein 3: Wiederverwendbare Angebotsvorlagen

Wenn jedes Angebot neu geschrieben wird, dauert es zu lange und enthält Fehler. Feste Bausteine für Konditionen, Kaution und Ablauf, kombiniert mit zwei bis drei individuellen Sätzen, halbieren die Bearbeitungszeit und verbessern zugleich die Vollständigkeit.

Baustein 4: Rechnungen aus dem Vorgang erzeugen

Wenn Rechnungsdaten aus der Buchung übernommen werden, entfällt das Abtippen und damit die häufigste Fehlerquelle. Achten Sie darauf, dass der Mietzeitraum als Leistungszeitpunkt übernommen wird, denn genau dieses Feld wird bei Standardlösungen aus dem Handel oft falsch gefüllt. Prüfen Sie außerdem, ob sich Anzahlungen und Schlussrechnungen korrekt abbilden lassen, weil dabei die bereits versteuerten Beträge abgezogen werden müssen.

Was Sie nicht sofort brauchen

  • Eine eigene Buchungsstrecke mit Bezahlung, solange die Anfragezahl überschaubar ist
  • Telematik in jedem Gerät, sinnvoll erst bei hochwertigen Maschinen
  • Ein vollwertiges Warenwirtschaftssystem bei unter etwa fünfzig Geräten
  • Automatisierte Marketingstrecken, bevor die Anfragebearbeitung sitzt

Reihenfolge der Einführung

Führen Sie einen Baustein nach dem anderen ein und lassen Sie jeden mindestens vier Wochen laufen, bevor der nächste kommt. Gleichzeitige Umstellungen überfordern kleine Teams und führen dazu, dass alle wieder zum alten Ablauf zurückkehren.

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Das Team mitnehmen

Ein neues Werkzeug wird nur genutzt, wenn es die Arbeit erkennbar erleichtert. Lassen Sie die Person, die den Ablauf täglich macht, an der Auswahl mitwirken. Und legen Sie fest, dass der alte Weg abgeschaltet wird, sonst laufen beide Systeme parallel und keines vollständig.

  • Eine verantwortliche Person je Baustein benennen
  • Kurze Einweisung, aber verbindlich für alle
  • Alten Ablauf zu einem festen Datum beenden
  • Nach vier Wochen nachfragen, was im neuen Ablauf stört, und nachbessern
  • Eine kurze schriftliche Anleitung hinterlegen, damit Vertretungen zurechtkommen

Woran Einführungen scheitern

  • Es wird eine Lösung gesucht, bevor das Problem benannt ist
  • Das Werkzeug kann alles, aber niemand weiß, wofür es eingesetzt wird
  • Der alte Ablauf bleibt parallel bestehen, dadurch sind beide unvollständig
  • Die Einführung fällt in die Hochsaison, wo niemand Zeit zum Umlernen hat
  • Daten aus dem alten System werden nicht übernommen und fehlen dann dauerhaft

Der letzte Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Planen Sie die Übernahme des Bestands und der laufenden Buchungen von Anfang an mit ein, sonst arbeiten Sie monatelang mit zwei Wahrheiten.

Datenschutz mitdenken

Sobald Sie Kundendaten digital erfassen, gelten die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung. Halten Sie fest, welche Daten Sie zu welchem Zweck speichern und wie lange. Ausweiskopien sind besonders heikel und sollten nur mit Einwilligung und nur so lange wie nötig aufbewahrt werden.

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Die Abläufe sind über alle Sortimente hinweg ähnlich, wie die Kategorieübersicht zeigt.

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Weiterführende Ratgeber

Zur Anfragebearbeitung lesen Sie Anfragen im Dashboard verwalten, zu Rechnungen Rechnung als Vermieter richtig schreiben.

Häufige Fragen

Womit sollte ein Vermietbetrieb anfangen?

Mit einer geteilten Verfügbarkeitsübersicht und digitalen Übergabeprotokollen. Beide lösen die häufigsten Probleme, Doppelbuchungen und unklare Schadenszuordnung, mit geringem Aufwand.

Ab wann lohnt sich ein Warenwirtschaftssystem?

In der Regel erst ab etwa fünfzig Geräten oder wenn mehrere Standorte zu koordinieren sind. Darunter verursacht die Pflege meist mehr Aufwand als sie einspart.

Wie führt man neue Abläufe ein?

Einen nach dem anderen, jeweils mit mindestens vier Wochen Abstand. Gleichzeitige Umstellungen führen dazu, dass das Team zum alten Ablauf zurückkehrt.

Was ist beim Datenschutz zu beachten?

Halten Sie fest, welche Daten Sie zu welchem Zweck und wie lange speichern. Ausweiskopien sollten nur mit Einwilligung und nur für die Dauer der Vermietung aufbewahrt werden.

Die Digitalisierung im Vermietbetrieb gelingt mit wenigen Bausteinen, die nacheinander eingeführt werden. Verfügbarkeitsübersicht und digitale Protokolle bringen in den meisten Betrieben mehr als jede große Softwareeinführung.